AJA, ein neues Cannabinoid gegen Schmerzen, das nicht "high" macht

Eines der langfristigen Ziele der Cannabinoid-Forschung ist die Entdeckung eines synthetischen Cannabinoid-Derivates, dass Schmerzen lindert und klinisch eingesetzt werden kann.

Unter anderen sollte die gesuchte Substanz nicht die für Cannabis als Genussmittel charakteristischen psychotropen Wirkungen haben. Die Verwendung von Cannabis in der Behandlung von Schmerzen und Entzündungen hat eine lange medizinische Tradition.

Unter den wenigen Substanzen, welche die verlangte Eigenschaft zu haben scheinen, ist AJA (ajulemic acid, auch bekannt als CT-3 oder IP-751) eine der viel versprechendsten. Die chemische Struktur ist eine Variante des psychotropen Haupt-Cannabinoids delta-9-THC. Bei vorklinischen Studien hatte AJA eine ähnliche Wirkung wie nicht-steroide* entzündungshemmende Medikamente (NSAID), schien jedoch frei von unerwünschten Nebenwirkungen. Bei vorgängigen Kurztesten erwies sich die Substanz als völlig frei von psychotropen Wirkungen, sowohl bei gesunden Individuen als auch bei Patienten mit chronischen Nervenschmerzen. Bei der Messung dieser spezifischen Art von Schmerzen hatte AJA eine signifikant bessere Wirkung als das Placebo. Im Gegensatz zu Narkotika (wie z.B. Morphium) wurden nach einer einwöchigen Einnahme keine Entzugserscheinungen beobachtet. Die pharmakologisch-biochemische Wirkungsweise der AJA ist erst durch einige Daten belegt und bedarf noch genauerer Erforschung.

Quelle:
Department of Biochemistry and Molecular Pharmacology, University of
Burstein SH, Karst M, Schneider U, Zurier RB., Life Sci. 2004 Aug 6;75(12):1513-22.
www.pubmed.org

* steroide entzündungshemmende Medikamente sind z.B. die Glukokortikoide (Cortison), die oft sehr unangenehme Nebenwirkungen haben.