«Bericht Innere Sicherheit der Schweiz 2004»

Der Anbau von und Handel mit Cannabisprodukten ist lukrativ und zieht kriminelle Organisationen an.
Damit nimmt auch das Risiko zu, dass Strassenhändler Cannabiskonsumenten mit anderen Drogen in Berührung bringen.

Extraits:

Härteres Vorgehen gegen Hanfproduzenten und -händler

Cannabiskonsum ist unter Jugendlichen weit verbreitet und stabilisiert sich auf hohem Niveau. Während gemäss den Resultaten der Studie «Gesundheit und Lebensstil 16 bis 20 Jähriger in der Schweiz (2002) SMASH 2002» die meisten Jugendlichen nur Gelegenheitskonsumenten sind, rauchten doch 13 Prozent der Knaben und vier Prozent der Mädchen täglich. Die seit drei oder vier Jahren zu beobachtende Verschärfung der Strafverfolgung von Cannabisproduzenten und -händlern hielt 2004 weiter an. Produktion und Handel finden wieder im Verborgenen statt. Im Mai wurden im Val-de-Travers (Neuenburg) etwa zehn Produktionsstätten entdeckt. Der Anbau von und Handel mit Cannabisprodukten ist lukrativ und zieht kriminelle Organisationen an.

Cannabis

Der Cannabishandel ist im Umbruch: Kleine Produktionsstätten ersetzen grosse, die Importe könnten auf Kosten der Eigenproduktion genauso zunehmen wie der Strassenhandel. Damit nimmt auch das Risiko zu, dass Strassenhändler Cannabiskonsumenten mit anderen Drogen in Berührung bringen. Die afrikanischen Kokainhändler wären wohl in der Lage, den Strassenhandel mit Cannabis zu übernehmen.

Betäubungsmittel

Handel und Konsum von Heroin bleiben trotz Rückgang auf dem Schweizer Drogenmarkt ein wichtiges Problem; Kokain liegt weiterhin im Trend. Dominikanische Tätergruppen haben sich im Kokainmarkt etabliert. Diese Gruppierungen, die unter anderem auch in den USA und in den Niederlanden aktiv sind, handeln vorwiegend mit grösseren Mengen. Durch die Schliessung vieler Hanfläden findet der Handel mit Cannabisprodukten wieder vermehrt im Verborgenen statt, und der «Hanftourismus» in die Schweiz hat stark abgenommen. Polytoxicomanie

Der Parallelkonsum verschiedener Substanzen wie Kokain, synthetischer Drogen, Cannabis und Alkohol durch junge Konsumenten ist Besorgnis erregend, weil die Langzeitfolgen der Polytoxicomanie gravierend sind. Zudem nimmt die Therapierbarkeit der Sucht sehr stark ab, wenn mehr als eine abhängig machende psychoaktive Substanz regelmässig oder in steigender Dosis konsumiert wird.

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