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Update zu Harms Way: Es gibt sie doch, die Gerechtigkeit

http://elhabib.at Bjoern Reinhardt 15.09.2009

Die Generation Internet führt seit langer Zeit einen beschwerlichen Kampf gegen Zensur und Freiheitsbeschneidung. Ein weiterer trauriger Höhepunkt in dieser Politfarce bildete der völlig unverhältnismäßige Angriff zweier Polizeibeamter auf friedliche Demonstranten der “Freiheit statt Angst”-Kundgebung in Berlin.

Der eigentliche Skandal ereignete sich jedoch erst nach den Übergriffen: In der deutschen Medienlandschaft fand der empörende Fall von Polizeigewalt de facto keine Beachtung. Nachdem ein Passant den Vorfall aber gefilmt und hinterher bei Youtube veröffentlicht hatte, startete das Internet seine ganz eigene Berichterstattung. In unzähligen Foren wurde der Fall heiß diskutiert, unser Mann fürs Grobe, Harm, wies in seinem letzten Harms Way in aller Deutlichkeit auf den Missstand hin.

Der Aufschrei im Internet konnte nicht mehr ungehört verhallen und so berichteten jetzt auch große Tageszeitungen (wenn auch nur in kleinen Artikeln) über den Skandal und zwangen die Berliner Polizei zum einschreiten. So wurden die zwei Beamten umgehend versetzt und dürfen sich “erst mal anderen Aufgaben” widmen, weitere Verhandlungen stehen noch aus. Eines der Opfer konnte mithilfe des Videobeweises eine Klage erwirken.

In der Politik wird unterdessen die Forderung nach einer Kennzeichnungspflicht für Polizisten laut. Der Grünen-Veteran Hans-Christian Ströbele (Raab-Fans erinnern sich vielleicht noch an “Gebt das Hanf frei!”) forderte, dass jeder Polizist ein Namensschild oder eine Identifikationsnummer deutlich sichtbar tragen müsste. Amnesty International unterstützt diese Forderung.

Die Ausschreitung, bei der zwei unbeteiligte Passanten verletzt wurden, nahmen ihren Anfang in der Forderung nach Preisgabe der Dienstnummer eines der beschuldigten Polizisten. Eines der Opfer hatte sich über eine unangebrachte Gewaltanwendung gegenüber einer Frau beschwert und wollte sich die Nummer des Polizisten notieren. Der Polizist verweigerte die Information und wies den Passanten an, auf den Bürgersteig zurückzugehen. Ohne Widerstand folgte der Passant dem Befehl, wurde aber auf die Straße zurückgezehrt und mit Schlägen und Tritten traktiert.

Ein weiterer Passant beschwerte sich über das Verhalten und erlitt direkt das gleiche Schicksal. Im Mannschaftswagen der Polizei soll es zu weitern Misshandlungen gekommen sein. Die Offiziellen der Berliner Polizei bemühen sich jetzt nach eigener Aussage um eine lückenlose Aufklärung des Vorfalls.

Immerhin spricht mal jemand drüber! Diese Polizisten scheinen für den Dienst nicht geeignet. Nervt euch das? Schlagt mich doch!

P.S.

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