Bern: Statthalter schliesst Hanfladen (wegen 20gr.)

www.derBund.ch

Als 2002 ein regelrechter Wildwuchs von Hanfläden herrschte, boten in der Bundesstadt rund 50 Läden Rauchhanf zum Verkauf an. Damals eröffnete die Konferenz der Bernischen Regierungsstatthalter unter der Führung von Alec von Graffenried eine eigentliche Offensive gegen den Handel. Fast wöchentlich wurden Razzien durchgeführt und Hanfläden geschlossen. Auch das Growland wurde in dieser Zeit kontrolliert. Zwölf Kilogramm Hanf wurden sichergestellt, das Geschäft vorübergehend versiegelt. Erst als Stafforte glaubhaft machen konnte, dass er nur noch Anbauprodukte, Kosmetik, Kleider, und Lebensmittel im Sortiment führte, durfte er seinen Laden wieder eröffnen. «In den vergangenen Monaten kam es im Growland aber wieder zum Verkauf von Hanf zum Betäubungsmittelkonsum», sagt Statthalter Alec von Graffenried. Darum habe er die Schliessung angeordnet. Von Graffenried stützt sich bei seinem Entscheid auf Artikel 11 der Verordung zum Bundesgesetz über Betäubungsmittel, der es den Regierungsstatthaltern seit 2004 ermöglicht, Schliessungen in Eigenregie anzuordnen. Zuvor mussten sich die Behörden auf das Polizeigesetz stützen. (pas)

P.S.

http://www.espace.ch/artikel_405001.html

Leserbrief zum BZ-Artikel „Statthalter schliesst Hanfladen“ vom 8.8.2007

Sehr geehrte Redaktion

Ich bitte Sie den folgenden Leserbrief vollumfassend abzudrucken:

Der Regierungsstatthalter, Alec von Graffenried, hat den ältesten Berner Hanfladen, das „Growland“ schliessen lassen, weil dort mit Drogen gehandelt werde. Leider wurde in diesem Artikel niemand von der „Gegenseite“, also von den direkt Betroffenen befragt.

Tatsache ist nämlich, dass bei der letzten Razzia ganze 20 Gramm Cannabis gefunden wurden und dies in einem verstaubten Karton!

Dies ist offenbar jedoch für Herrn von Graffenried Grund genug, den Laden schliessen zu lassen. Angesichts der Tatsache, dass in der Schweiz etwa 400’000 Erwachsene kiffen, kann man davon ausgehen, dass etwa jede zwanzigste erwachsene Person zurzeit etwas zu kiffen dabei hat. Schaut man, wo die arbeiten, und würde auch sofort das entsprechende Unternehmen schliessen, gäbe es in der Schweiz wohl bald überhaupt keine solchen mehr.

Herr von Graffenried, schlagen Sie bitte nächstes Mal die Katze und nicht den Sack!

Übrigens findet, auch fürs „Growland“, am Samstag, 18. August 2007, ab 15 Uhr, auf dem Bundesplatz eine Demonstration für die Hanflegalisierung statt.

André Fürst, Murten