Berner Polizeibericht 2005: Fragwürdige Prioritäten

Im Kanton Bern wurde 2005 über 92’000 Kilogramm Hanf durch die Gesetzeshüter konfisziert. Wenn man dies mit den bescheidenen 2.5 Kilogramm Kokain vergleicht, welche die Berner Polizei im gleichen Zeitraum "gefunden" hat, fragt man sich wirklich, wo bei der Staatsmacht eigentlich die Prioritäten liegen.

Obwohl der komplette Jahresbericht der Kantonspolizei Bern punkto Drogen 2005 noch nicht erschienen ist, sind bereits einige Kennzahlen durchgesickert:

90 Tonnen Hanf konfisziert
Fleissige Gesetzeshüter: Im Jahr 2005 hat die Polizei im Kanton Bern nicht weniger als 90 000 Kilogramm (oder 90 Tonnen) Hanfpflanzen eingezogen und der Vernichtung zugeführt. Das geht aus dem Jahresbericht des bernischen Obergerichts hervor, welches die Zahl auf Anfrage bestätigte. Neben Hanfpflanzen konfiszierte die Polizei letztes Jahr auch noch: 1780 Kilogramm Marihuana, 70 Kilogramm Haschisch, 30 Kilogramm Heroin, 2,5 Kilogramm Kokain sowie 1500 Ecstasy-Pillen
Quelle: Bieler Tagblatt online, 24.6.06

Meines Erachtens stehen diese Zahlen für eine sehr bedenkliche Entwicklung: Den total 92’850 konfiszierten Kilogramm Hanfprodukten stehen lediglich 2.5 Kilogramm Kokain gegenüber...!?! Was soll denn das?!? Da ja leider nicht davon ausgegangen werden kann, dass der Kokainkonsum im letzten Jahr frappant gesunken ist, muss man sich schon fragen, warum die Polizei nur sowenig davon "gefunden" hat... In welchen & wessen Interessen liegen die Prioritäten der Polizei, wenn Sie kaum gegen Kokaindelikte vorgeht?

Solche Unverhältnismässigkeiten dürfen nicht einfach hingenommen und totgeschwiegen werden: Sobald der Detailbericht vorliegt, muss die Hanfszene unbedingt mit Medienmitteilungen auf diese bedenklichen Zahlen reagieren und Stellung nehmen.

P.S.

Hi Geist

Bin ganz deiner Meinung - die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache - wird Hanf intensiver verfolgt als Kokain? - Vielleicht sollten wir uns auch die Detailberichte von anderen Städten/Kantonen ansehen und vergleichen, ob sich diese Tendenz gesamtschweizerisch abzeichnet. Ich denke, wir sollten, sobald der Detailbericht vorliegt, nicht nur eine Medienmitteilung mit einer Stellungnahme der Hanforganisationen machen Wir sollten gleichzeitig auch eine Stellungnahme der verantwortlichen Behörden (Polizei, Untersuchungsrichter, Staatsanwalt...und was es da sonst noch gibt) fordern. Bin jetzt schon gespannt, mit welcher fadenscheinigen Ausrede die sich da wieder heraus zu reden versuchen.

Was meinst Du / Ihr dazu?

hanfige grüssels

Paula