Blei-Hasch: Statt high macht es krank - Der Schwarzmarkt lässt grüssen!
Bleiverseuchtes Haschisch aus Deutschland ist möglicherweise in die Schweiz gelangt. Kiffer können ihren Stoff gratis testen lassen.
4.9.2008
Was steckt eigentlich im Haschisch drin? Natürlich THC, der Wirkstoff, der je nach Rausch, entspannte oder eher anstrengende Träume bewirkt. Um das geht es aber im Drogeninformationszentrum (DIZ) nicht. «Wir testen Cannabis- Produkte auf allfällige Fremdstoffe wie Blei, Sand oder Glas», sagt Alexander Bücheli vom DIZ. «Anonym und gratis.» Es steckt also noch viel schlimmeres drin als nur das THC. In Deutschland ist bleiverseuchtes Cannabis aufgetaucht. Vor allem im Raum Leipzig - Marihuana mit Bleisulfid kontaminiert. Dies hat bei Kiffern schwere Vergiftungen ausgelöst.
Testphase
Das verseuchte Cannabis ist der Anlass für das neue Angebot in Zürich. Das Bundesamt für Gesundheit und das Zürcher Sozialdepartement hat sich für eine Zusammenarbeit geeinigt. Das DIZ testet das «Kiffermaterial» vorläufig nur einen Monat.
Unsichtbar
Von blossem Auge ist das Bleisulfid nur schwer zu erkennen. Im verseuchten Marihuana aus Leipzig ist Bleisulfid in Form winziger Späne in den Blüten eingeschlossen. Ärzte raten auch von probeweisem Konsum dringend ab. Bereits ein Joint kann zu schweren Bleivergiftungen führen. Lieber testen als probieren!
Bleischäden- Wie erkenne ich eine akute Bleivergiftung?
Blässe, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, langsamer Puls, krampfartige Bauchschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit
Was löst eine Bleivergiftung im Körper aus?
Hirnschädigung, Nierenschädigung bis Nierenversagen, Darmverschluss, Blutarmut, Schädigung des peripheren Nervensystems, Muskelschwäche, Bleisaum am Zahnfleisch, Fehlgeburten, Potenzstörungen. In Extremfällen tritt der Tod ein.
Von Pierina Hassler