Cannabinoid-Derivate gegen Krebs
Natalya KOGAN ist Doktorandin an der Hebräischen Universität Jerusalem, und schreibt ihre Dissertation unter der Leitung von Prof. Raphael Mechoulam, der als Entdecker der Cannabinoide und des Endocannabinoid-Systems gilt. Frau Kogan beschäftigt sich mit der Entwicklung neuer Substanzen aus der Hanfpflanze und fand heraus, dass oxydierte Cannabinoide (Quinon-Cannabinoide) eine ähnliche chemische Struktur aufweisen wie gewisse Krebsheilmittel, deren bekanntestes das Daunomycin ist.
Kogan und die Wissenschaftler Ronen Beeri und Gergana MARINCHEVA von der Universitätsklink Hadassah in Ein Kerem konnten nachweisen, dass die modifizierten Cannabinoide weit weniger schädlich für das Herz sind als Daunomycin. Dies bedeutet einen grossen Fortschritt für die Krebstherapie. Alle von Kogan synthetisierten Substanzen hatten in vitro (d.h. in der Zellkultur) eine hemmende Wirkung auf das Wachstum der Krebszellen. Eine der Substanzen bewirkte im Tierversuch bei Mäusen eine starke Rückbildung von Tumoren. Die Wirkung der Quinon-Cannabinoide beruht auf einer selektiven Hemmung des Enzyms Topoisomerase II , das bei der Zellteilung eine wichtige Rolle spielt und dadurch die Ausbreitung der Krebszellen beeinflusst.
Des Weiteren hatten einige der von Kogan entwickelten Substanzen eine hemmende Wirkung auf die Neubildung von Gefässen (Angiogenese). Die Fähigkeit zur Bildung von Blutgefässen ist ein wichtiger Faktor für das Tumorwachstum. Es besteht Anlass zur Hoffnung, dass die Quinone-Cannabinoide als neue, nebenwirkungsarme Krebstherapeutika eingesetzt werden können. Frau Kogan wurde für ihre Arbeiten mit dem Kaye-Preis für innovative Forschung ausgezeichnet.
Quelle: http://www.infos-industrielles.com/... 07/2002]
Übersetzung: HC, Hanf-Info