Cannabis hilft gegen Arterienverkalkung, Hauptursache von Herzerkrankungen und Schlaganfällen
Mi, 06. Apr 2005 Medizin: Schweizer Studie; Cannabis hilft gegen Arterienverkalkung
London/Genf (sda/afp) Der Wirkstoff von Cannabis kann Arteriosklerose vorbeugen und könnte damit im Kampf gegen die häufigste Todesursache in den Industriestaaten helfen. Das ergab eine Genfer Studie mit Labormäusen. Das Tetrahydrocannabinol (THC) der Hanfpflanze erwies sich in der Studie als wirksames Mittel, um Arterienverkalkung zu verhindern
eine Hauptursache von Herzerkrankungen und Schlaganfällen. Die Studie wurde unter Leitung von François Mach von der Universitätsklinik Genf vorgenommen. Sie wird in der jüngsten Ausgabe des britischen Wissenschaftsmagazins «Nature» veröffentlicht. Die Forscher mischten kleine THC-Mengen in das Futter von Labormäusen, die durch Veränderungen des Erbguts besonders anfällig für Arteriosklerose gemacht worden waren. Der Cannabis-Wirkstoff lagerte sich an die CB2-Rezeptoren von Immunzellen an und blockierte damit zu Teilen die Entwicklung von Entzündungen, die sich im Körper bei Arteriosklerose bilden. Diese Entzündungen sind mitverantwortlich für die allmähliche Verstopfung der Blutgefässe bei Arteriosklerose. Auch bei den behandelten Labormäusen wurden hohe Blutfettwerte festgestellt, die Entwicklung von Arteriosklerose wurde aber durch die THC-Gaben verlangsamt. Die Forscher regten weitere Untersuchungen zur Wirkungsweise von Cannabis auf die CB2-Rezeptoren an. Nach Ansicht des US-Experten Michael Roth sollte aus der Studie keinesfalls geschlossen werden, dass Haschisch-Rauchen Arteriosklerose vorbeugen würde.