Cannabisqualität

Marihuana war mit winzigen Glasscherben gestreckt
“Wenn Cannabis legal und der nicht-kommerzielle Eigenanbau erlaubt wäre, hätten wir diese Verschnitt-Probleme nicht.“

Matin Bleu. Julien, ein Lausannois, der seit 20 Jahren immer wieder Cannabis konsumiert, erzählt, dass er diesen Sommer vertrauensvoll ein paar Gramm Marihuana gekauft hat, in einer Privatwohnung, aber dieses Marihuana war mit winzigen Glasscherben gestreckt. Sein Freund und er hätten dann das Marihuana während einer Woche nach und nach konsumiert, und dann plötzlich gemerkt, dass sie Halsweh bekamen. Einige, die von dem Gras geraucht haben, husteten nach dem Rauchen sogar Blut. Er findet das gefährlich, vor allem weil die Jungen so schlechtes verschnittenes Gras rauchen und mangels Erfahrung den Unterschied nicht merken. Julien versorgt sich seit mehreren Jahren in Biel mit Cannabis und er sagt, dass das verschnittene Gras seit ein paar Wochen erhältlich ist. „Das Problem ist wirklich auf Biel konzentriert, die Leute, die in Bern und Zürich einkaufen, haben kein solches Gras bekommen.“ Mehrere Läden, in welchen unter der Hand (bzw. unter der Theke ) verkauft wird, haben das ‚Glas’-Gras oder mit Sand gestrecktes Cannabis im Angebot, das Asthmaanfälle auslöst, kleine Teilchen können in die Lunge gelangen. Für die Westschweizer Hanfraucher liegen die Läden in Biel am nächsten, und die Hanfkäufer sollten aufpassen, was für Gras sie einkaufen im Moment, angesichts diesen neuen potentiellen Beimischungen.

Auch aus Frankreich wird dieses Phänomen gemeldet (aus Libération: http://www.liberation.fr/actualite/societe/206290.FR.php):
Offizielle Stellen haben zugegeben, dass in einem Fall mit Glas gestrecktes Cannabis aufgetaucht ist. Die meisten Informationen stammen von privaten Organisationen. Laut Arnaud Debouté vom CIRC (Collectif d’information et de recherche cannabiques, wichtigste antiprohibitionistische Vereinigung in Frankreich) ist das Gerücht über dieses Gras zuerst in Nantes aufgetaucht und dann in der ganzen Bretagne. Es ist nicht nur mit Glasscherben versetztes Glas aufgetaucht sondern auch mit anderen Fasern oder auch wieder mit Sand. Diese Beimischungen würden z. Bsp. mit äusserst giftigem Lack angeklebt. Laut Circ mussten in Nantes und Rennes mehrere Leute hospitalisiert werden. Dies wird aber von den Spitälern dementiert. So bleiben nur die Erzählungen über dieses ’glitzernde’ Gras, das ’zwischen den Zähnen knirscht’ und ’nicht riecht’ aus Nordfrankreich, aber auch aus Holland, Belgien und der Schweiz. Über die Herkunft des Grases gibt es verschiedene Hypothesen. Circ empfiehlt den Cannabiskonsumenten einen Acetatfilter zu verwenden, der im buraliste erhältlich ist und meint: “Wenn Cannabis legal und der nicht-kommerzielle Eigenanbau erlaubt wäre, hätten wir diese Verschnitt-Probleme nicht“.

Eine Möglichkeit ist die Gründung von regionalen ’Cannabis Social Clubs’, die auf Vereinsbasis gemeinsam das für den Eigenbedarf benötigte Cannabis anbauen.