Der Rohstoff für fast alles

2002/07/08 - Freiburger Nachrichten
Hanf-Info Murten zeigt die Vielfalt der Pflanze

Über anderthalb Jahre hat André Fürst in den Aufbau des Info-Zentrums für Hanf im «Château au Prehl» in Murten investiert. Parallel zur Expo.02 läuft nun die Hanf-Expo.

Besuchen kann man die Hanf-Expo auf dem Bauernhof "Château de Prehl" in Murten bereits seit längerer Zeit. Nun ist aber alles bereit für die Ausstellung, welche ebenso lang offen sein wird wie die Landesausstellung. Die Fahnen und Wegweiser machen von weitem auf den Anlass aufmerksam.
André Fürst, Initiator und Leiter von Hanf-Info, beschäftigt sich seit rund sechs Jahren mit Hanf. Die letzten anderthalb Jahre investierte er in den Aufbau der Hanf-Expo. Dem Besucher der Ausstellung wird bald einmal klar, wie vielfältig Hanf ist. "Man kann ihn nicht nur rauchen", meint Fürst zum weit verbreiteten Ruf der Pflanze. In den Ausstellungsräumen auf dem umgebauten Bauernhof entdeckt man die vielen Möglichkeiten, welche der natürliche Rohstoff bietet. Eingesetzt wird er für die Herstellung von Kunststoffelementen, für Baumaterialien, in der Medizin sowie für Artikel des täglichen Gebrauchs. In einem der Ausstellung angegliederten Laden werden Kleider verkauft, aber auch Lebensmittel und Kosmetika. Weiter kann der Hanf an Tiere verfüttert werden, oder aber er dient als Treibstoff für Traktoren.

Forschung vorantreiben
Wichtig ist für Fürst aber vor allem die Forschung. Sei dies in Anwendungsbereichen wie etwa der Medizin, aber auch, was den Anbau der Pflanze anbelangt. Fürst pflanzt selber Hanf an. Selber habe er Erfahrungen sammeln müssen, wie man dabei am besten vorgehe. Geerntet wird nach wie vor von Hand, und das müsse sich ändern, ist sich Fürst bewusst. Wolle man in grossen Mengen produzieren, dann reiche das nicht mehr. Zudem seien die Lohnkosten in der Schweiz zu hoch. Der Vorgang müsse rationeller werden. Aus diesem Grund wird an der Entwicklung einer Maschine getüftelt.
Ein anderes Produkt, an welchem man forscht, ist ein Öl für medizinische Zwecke. Mittlerweile sei man so weit, dass die Herstellung des Elixiers mit der immer gleichen Konsistenz gelinge. Es sei nun wichtig, dass die Wirkung getestet werden könne.
Um sein Wissen laufend zu erweitern, informiert sich André Fürst auch im Ausland. An Kongressen könne man Kontakte knüpfen, und so kamen auch schon Geschäftsbeziehungen zustande. Ein Beispiel ist das Mineralwasser, das er an der Bar ausschenkt. Hergestellt wurde es in Frankreich, die Hanf-Essenz dazu hat Fürst geliefert.
Mit seiner Expo möchte Fürst vor allem viele Vorurteile abbauen und damit den nachwachsenden Rohstoff fördern.