Für kontrollierten Hanfverkauf
Petition mit 3702 Unterschriften eingereicht
Ein Freiburger Unterstützungskomitee «Hanf-Info» hat am Mittwoch bei der Staatskanzlei eine Petition mit 3702 Unterschriften eingereicht. Es will, dass die Razzien in den Hanfläden aufhören.
Das Komitee möchte so erreichen, dass der Bund im Kanton Freiburg einen Pilotversuch für kontrollierten Hanfverkauf erlaubt. «Durch die Razzien wird jegliche konstruktive Arbeit in der Kundeninformation und der Prävention verhindert. Die Konsumentinnen und Konsumenten werden in die Illegalität und an den Rand der Gesellschaft gedrängt», hält der Initiant André Fürst aus Murten fest. Nach seinen Worten können die Schliessung der Hanfläden und die Repression gegen die Hanfproduzenten und -händler den Hanfkonsum nicht verhindern. «Die Angst vor der Polizei hindert die Hanfkonsumenten nicht daran, sich auf dem Schwarzmarkt einzudecken, auch auf die Gefahr hin, dass ihnen gefährliche Substanzen und verunreinigte Produkte angeboten werden», gibt Fürst zu bedenken. «Statt diese Tatsachen zu leugnen, sollten unsere Behörden den sozialen und gesundheitlichen Schäden des Hanfkonsums mit einer Reglementierung entgegentreten», begründet er die Petition für die Wiedereröffnung der Hanfläden weiter. In einer Grauzone Laut André Fürst zwingen die heutigen Verhältnisse die Hersteller von Hanfprodukten zur Arbeit in einer Grauzone. «Es ist deshalb für die Produzenten fast unmöglich, einwandfreie Produkte aus ökologischem Anbau anzubieten und die Überwachung der Hanfkulturen ohne Störung der öffentlichen Ordnung zu gewährleisten», schreibt er. «Die Hanfproduzenten und -läden müssen jedoch die öffentliche Ordnung und den Jugendschutz wahren können», fährt er fort. Überwachte Anbauflächen Laut Hanf-Info sollte einzig die Produktion von Naturhanf mittels biologischem Feld- oder Treibhausanbau erlaubt sein. Aus Sicherheitsgründen sollten die Anbauflächen auf zwei Hektaren beschränkt werden. Und sie sollten überwacht und vor Diebstahl geschützt werden. Erwachsenen Personen sollte der Eigenanbau bis zu drei Hanfpflanzen erlaubt sein, wobei die Anbaumethode freistünde. André Fürst hat auch konkrete Vorstellungen, wie der Hanfverkauf kontrolliert werden könnte. So sei die Marke «Cannaclean» geschaffen worden. Cannaclean bürge dafür, dass sich die Produzenten und Händler an folgende Standards halten: Ausweiskontrolle (kein Verkauf an Minderjährige und Personen, die ihren Wohnsitz ausserhalb der Schweiz haben); Produktinformation entsprechend dem Lebensmittelgesetz; Abgabe- bzw. Verkaufsbeschränkung (z. B. 50 Franken pro Tag und Person); Führen einer Buchhaltung; Bezahlung der Sozialversicherungen und Steuern; freiwillige Selbstkontrolle. Die Unterzeichnenden der Petition fordern deshalb, dass ab sofort alle Geschäfte mit der Bezeichnung «Cannaclean» von Razzien und anderen Interventionen von Seiten der Behörden ausgenommen werden. az