GB: Oppositionsführer David Cameron drohte Schulverweis

David Cameron von der Konservativen Partei möchte der nächste Premierminister werden. Jetzt kam heraus, dass er als Teenager fast von der Eliteschule Eton geflogen wäre. Er hatte mit mehreren Mitschülern Cannabis geraucht. Der Politiker betont sein Recht auf eine private Vergangenheit.
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13. Februar 2007

London - Der britische Oppositionsführer David Cameron von der Konservativen Partei soll als Schüler an einer der elitärsten Bildungsstätten des Landes gekifft haben. Wie die Zeitung „Mail on Sunday“ auf ihrer Internetseite berichtete, wäre Cameron im Alter von 15 Jahren wegen einer Drogenaffäre beinahe von der Eliteschule Eton geflogen. Cameron will seine Konservativen bei der für 2009 erwarteten Parlamentswahl zum Sieg führen und die Nachfolge von Premierminister Tony Blair antreten.

Während sieben Mitschüler wegen des Rauchens von Cannabis suspendiert worden seien, habe Cameron in einem persönlichen Gespräch mit dem Direktor sein Vergehen gebeichtet und danach an der Schule bleiben dürfen, berichtete das Blatt weiter. Nach dem Geständnis habe er das Schulgelände zwei Wochen lang nicht verlassen dürfen, schrieben der „Independent on Sunday“ und die „Mail on Sunday“ unter Berufung auf eine nicht autorisierte Biografie des Politikers, die im April erscheinen soll.

Ob er in seiner Jugend Marihuana geraucht hat, dazu wollte sich Cameron nicht äußern. Er habe zwar Verständnis für das Interesse an seiner Vergangenheit, sagte der Vorsitzende der Konservativen. Er habe aber einen Anspruch darauf, gewisse Dinge für sich behalten zu können. „Ich veröffentliche keine Dementis“, sagte Cameron. Er sei heute Parlamentsmitglied und Politiker und strebe das Amt des Premierministers an. Vor Journalisten sagte er, diese hätten ganz klar das Recht, ihm zu folgen und ihn bis ins Detail unter die Lupe zu nehmen. „Aber ich bin der Meinung, dass man Anspruch auf eine private Vergangenheit hat, und dieses Prinzip werde ich verteidigen.“ Wie viele Menschen habe auch er in jungen Jahren Dinge getan, die er besser hätte bleiben lassen und die er bedauere. Doch auch Politiker hätten das Recht auf eine private Vergangenheit, die privat bleibe, „und daher werde ich keinen Kommentar zu dem abgeben, was in den Zeitungen steht“. Seine Sprecherin betonte: „Die Ereignisse liegen fast 25 Jahre zurück.“

Parteikollegen nahmen dagegen Cameron offen in Schutz. „Wir reden hier über etwas, was einem Schuljungen vor 20 Jahren passiert ist, und ich denke kaum, dass dies heute eine politische Bedeutung hat“, sagte der konservative Abgeordnete Peter Ainsworth dem Sender „Sky News“. „Mal ganz ehrlich, die meisten aus unserer Generation haben doch Cannabis geraucht.“

Auch andere Politiker gerieten in der Vergangenheit mit Äußerungen zu ihrem Marihuana-Konsum in die Schlagzeilen: Der damalige US-Präsident Bill Clinton räumte 1992 ein, er habe Marihuana geraucht, aber nicht inhaliert. In Großbritannien haben dutzende Abgeordnete erklärt, sie hätten in ihrer Jugend mit der Droge experimentiert. Dazu zählte auch die inzwischen verstorbene Nordirlandministerin Mo Mowlam. „Anders als Präsident Clinton habe ich inhaliert“, sagte sie im Jahr 2000.

P.S.

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