Hanftinktur gegen Arteriosklerose

Studien an Ratten haben ergeben, dass die tägliche Einnahme von delta-9-THC in der Höhe von 1 mg/kg Körpergewicht eine vorbeugende Wirkung gegen Arteriosklerose hat. In der westlichen Welt sind 50% der Todesfälle durch diese chronische Krankheit bedingt und ein natürliches und wirksames Präventionsmittel wäre schon lange dringend nötig. Hanfpräparate sind ein Mittel der Wahl, weil sie auch eine leicht regenerierende Wirkung auf bereits geschädigtes Gewebe haben. Wird deshalb Hanf bald in Apotheken erhältlich sein? Leider nicht, denn zuerst muss bewiesen werden, dass Menschen ähnlich reagieren wie Ratten. Ausserdem muss, entsprechend dem umständlichen Vorgehen der heutigen Medizin und Pharmakologie, die therapeutisch wirksame Substanz isoliert, synthetisiert und patentiert werden, damit sie dann für mehrere Millionen Franken pro Kilo als Medikament gegen ärztliche Verschreibung in Apotheken erhältlich ist.

Auch Konsumenten von Cannabis-Zigaretten können ob dieser Neuigkeit nicht aufatmen, wenigsten nicht diejenigen, die ihren Hanf mit Tabak zu vermischen pflegen, da Tabak bekanntlich die Entstehung von Arteriosklerose fördert. Trotz alldem hat es keinen Sinn, die synthetischen Medikament der Pharmaindustrie abzuwarten. Es ist nämlich möglich, 50 bis 100 mg THC pro Tag mit einer Hanftinktur oder einem Milchgetränk zu sich zu nehmen. Bei einem Präparat, das nicht mehr als 0.2% delta-9-THC enthalten darf, müssen 25 bis 50 ml (2.5 bis 5.0 cl, d.h. ca. ein bis zwei Schnapsgläser) einer alkohol- oder fetthaltigen Lösung eingenommen werden. (Definition: 1% = 1g/100 ml; 1 g = 1000 mg).

Von einem 2%igen Präparat müsste man lediglich 2.5 bis 5.0 ml pro Tag (d.h. zwischen 1 TL und 1 EL) einnehmen, was zweifellos für die meisten Interessenten praktischer wäre. Trotzdem könnte eine 2%ige Flüssigkeit kaum missbraucht werden, denn der mittlere delta-9-THC-Gehalt der Schwarzmarktprodukte beträgt 8%. Leider lehnt die Schweizer Justiz den therapeutischen Gebrauch von Hanfprodukten ausserhalb von kontrollierten wissenschaftlichen Studien ab, auch wenn sie, wie hier, nicht als Betäubungsmittel vorgesehen sind und benutzt werden. Kann unser Justiz- und Medizinsystem nicht über seinen Schatten springen und ein gutes und wirksamen Mittel zur Prävention einer weit verbreiteten Volkskrankheit frei geben, bevor es durch die bekanntermassen schwerfälligen Mühlen der Justiz gelaufen und durch das BAG abgesegnet ist? Die politische Diskussion ist fest gefahren und es scheint, dass wir noch lange unpraktisch grosse Mengen Cannabispräparate einnehmen müssen, wenn wir uns gegen Arteriosklerose schützen wollen.

Selbst unter den gegebenen Umständen ist der Hanf zur Behandlung und Prävention zahlreicher Krankheiten und Beschwerden wirksam. Beispielsweise konnte Dr. Karen Wright von der Abteilung für Pharmazeutik und Pharmakologie der Universität von Bath in England mittels einer gross angelegten Studie nachweisen, dass Cannabis zu Heilung des Morbus Crohn und der hämorrhagischen Rektokolitis beiträgt. Gegen diese beiden Krankheiten, von denen allein in Grossbritannien 180.000 Menschen betroffen sind, gibt es keine wirksamen Heilmittel. Es ist unmenschlich, diese schwerkranken Patienten dem Goodwill der Politiker und der Pharmaindustrie auszuliefern.

Weil Hanf-Info die Konsumenten nicht der Willkür der Pharmaindustrie überlassen will, werden wir sehr bald standardisierte Produkte mit 0.3% delta-9THC für die Schweiz und 0.2% für die EU anbieten, zum Beispiel einen Hanfwein mit 12% Alkohol und Hanfölkapseln für eine genügende Zufuhr von Omega-Fettsäuren und Vitaminen des E-Kompexes nebst dem delta-9-THC. So können Personen, die naturmedizinische Produkte bevorzugen, von den therapeutischen Vorteilen des Hanfs profitieren, ohne Chemie schlucken zu müssen oder ihre Krankenkasse mit hohen Arzt- und Medikamentenrechnungen zu belasten.

Laurent Appel

Übersetzung aus dem Französischen: HC/Hanf-Info