Internationale Kiffer-Ausstellung

2004/10/13 - 20 Minuten

Die Ausstellung "Cannabis - quo vadis?" in Basel will fundierte Informationen über Cannabis geben und Jugendlichen helfen, einen vernünftigen Umgang mit der Droge zu finden.

Die Behörden der Nordwestschweiz, Südbaden und dem Elsass haben die Ausstellung gemeinsam konzipiert. Einige Hanfplanzen, ein paar Stellwände und eine kleine Arena: Äusserlich karg präsentiert sich die am Mittwoch der Öffentlichkeit vorgestellte Ausstellung im Basler Museum der Kulturen. In einer 90-minütigen Führung über fünf Stationen sollen die Jugendlichen sich mit den Themen Cannabis und Suchtverhalten auseinandersetzen.
Besucht werden kann die Ausstellung nur von Schulklassen nach Voranmeldung. Das Interesse ist gross: Bereits 110 Basler Schulklassen haben sich für eine Führung angemeldet. Nach Basel wird die zweisprachige Ausstellung jeweils vier Monate im Elsass, in Südbaden und wieder in der Nordwestschweiz stationiert.

Immer mehr Cannabis-Konsumierende
Dass Aufklärung notwendig ist, zeigen Zahlen aus allen drei Ländern. In der Schweiz haben bereits 50 Prozent der Knaben und 40 Prozent der Mädchen von 15 bis 16 Jahren Cannabis-Erfahrung, wie der Basler Regierungsrat Hans Martin Tschudi sagte. Ende der 80er Jahre betrugen diese Anteile nur gerade 8,5 (Knaben) und 7,2 Prozent (Mädchen).
Auch in Deutschland und Frankreich hat sich der Cannabis-Konsum bei Jugendlichen kontinuierlich ausgebreitet. In Frankreich habe die Hälfte der Mädchen und zwei Drittel der Jungen mit 18 Jahren bereits Cannabis versucht, so der elsässische Regionaldirektor Jean-Claude Westermann. Sorgen bereitet in allen Länder zudem das immer frühere Einstiegsalter.

Wissen vermitteln
Der Ausstellungsrundgang soll zunächst den Jugendlichen Wissen über Cannabis vermitteln; vielen ist auch die Rechtslage unklar. Auch Jugendliche in Deutschland und Frankreich hätten oft das Gefühl, Cannabis sei in der Schweiz erlaubt, so die Fachleute. Dies werde oft auch als Pro Cannabis-Argument verwendet.
Weitere Themen der Ausstellung sind die Auswirkungen des Cannabis-Konsum auf die Fahrtüchtigkeit, aber auch das Nachdenken über den eigenen Lebensplan. Auch die Auseinandersetzung mit den Eltern über Cannabis und der Umgang mit Suchtmittelkonsum in der Schule wird thematisiert, wobei auch Rollenspiele zum Einsatz kommen.

Quelle: SDA