LSD-Forschung wird wieder interessant für Ärzte. Welt Psychedelik Forum, Basel

Basel - Das in den 60er-Jahren verbotene LSD wird wieder interessant für Ärzte und Psychotherapeuten: Der Bund hat eine befristete Pilotstudie bewilligt zur Erforschung der Auswirkungen der Substanz bei schwerkranken Patientinnen und Patienten.

Nachrichten.ch, Dienstag, 11. März 2008 / 16:29 h

Diese weltweit erste LSD-Studie seit 35 Jahren wird am «Welt Psychedelik Forum» vorgestellt, das über Ostern in Basel ansteht. Der Schweizer Psychiotherapeut Peter Gasser will zwölf Schwerkranke behandeln, die etwa an Krebs oder existenzielen Ängsten leiden. LSD könnte die Ängste und so ihren Schmerz lindern, sagte Gasser in Basel vor den Medien. Die Studie ist auf zwei Jahre angesetzt. Jeder Patient soll jeweils zwei «mittlere Dosen» an zwei Tagen verabreicht erhalten, in Anwesenheit des Therapeuten. Sieben Psychotherapiesitzungen sollen jeweils auf die Einnahme vorbereiten, respektive das Erlebte verarbeiten helfen.

Der Chemiker und spätere Philosoph Albert Hofmann entdeckte 1943 die halluzinogene Wirkung von LSD. / Positiver Effekt, Risiko? Ziel ist herauszufinden, ob LSD einen positiven Effekt für die Psychotherapie haben kann. Auch soll erforscht werden, ob LSD ohne Risiko eingenommen werden kann. Vor dem weltweiten LSD-Verbot waren viele Studien durchgeführt worden, die erste in der Schweiz 1947. Das «Welt Psychedelik Forum» wird von der Stiftung Gaia Media vom 21. bis 24. März in Basel durchgeführt. Rund 80 Wissenschaftler, Praktiker und Künstler aus aller Welt diskutieren in dessen Rahmen über die Potenziale psychoaktiver Stoffe wie LSD oder halluzinogener Pflanzen.