Mehr Repression gegen Kiffer
Die Zahl der Verzeigungen wegen Kiffen verdoppelt
Aufschlussreiches Zahlenmaterial für die Debatte um die Legalisierung des Hanfkonsums: Die Polizei hat 2001 mehr als doppelt so viele Kiffer verzeigt wie vor zehn Jahren. Wurden 1990 noch 12 000 Fälle registriert, waren es 2001 bereits 30 000. Dies zeigt eine Auswertung des Bundesamts für Statistik (BFS). Offensichtlich ist die Repression eine stumpfe Waffe gegen den Hanfkonsum, denn dieser hat im letzten Jahrzehnt stark zugenommen.
Zahlenmässig ist heute Cannabis das grösste Problem. Nach einem starken Anstieg der Verzeigungen im gesamten Betäubungsmittelbereich zwischen 1990 und 1994 von 20 000 auf 40 000 Fälle bleibt die Zahl seit 1997 mit rund 45 000 Fällen praktisch stabil. Mehr als vier von fünf Verzeigungen betreffen ausschliesslich den Konsum. Über zwei Drittel der Verzeigungen wurden wegen des Konsums von Cannabisprodukten ausgesprochen. Während sich die Zahl der Verzeigungen wegen Hanfkonsums mehr als verdoppelt hat, ist jene wegen des Konsums anderer Betäubungsmittel (Heroin) seit Mitte der 90er Jahre rückläufig.
Während sich die Zahl der Betäubungsmittel-Verzeigungen von Erwachsenen zwischen 1990 und 1993 verdoppelt hat, stabilisierte sie sich danach bei rund 40 000 Fällen. Anders sieht es bei den Minderjährigen aus. Hier haben sich die Verzeigungen von 1250 Fällen im Jahr 1990 auf 6150 Fälle 2001 verfünffacht. Rund 90 Prozent dieser Fälle betreffen ausschliesslich den Konsum, 83 Prozent davon den Cannabiskonsum.
Zwei Drittel aller ausgesprochenen Verzeigungen wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz richteten sich 2001 gegen Schweizer. Dieser Anteil variierte nach Art des Verstosses. So belief sich der Anteil der Verzeigungen wegen Konsums von Betäubungsmitteln bei Schweizern auf 66 Prozent und bei Verzeigungen wegen Konsums und Handels auf 51 Prozent. Verzeigungen ausschliesslich wegen Drogenhandels richten sich in 23 Prozent gegen Personen schweizerischer Nationalität.
Die Statistik des BFS spiegle primär die polizeilichen Aktivitäten und weniger die Entwicklung des Konsums, sagte Janine Messerli, Medienbeauftragte der Fachstelle für Alkohol und andere Drogen. Generell verliefen die beiden Entwicklungen aber parallel.
Kommentar Hanf-Info: Auffallend an diesen Statistiken ist nicht nur die Verdoppelung der Verzeigungen wegen "Kiffen", sondern auch die gleichzeitige Abnahme der Verzeigungen wegen Konsums anderer Betäubungsmittel wie z.B. Heroin. Dank der Hanfläden müssen sich die Käufer nicht mehr auf dem Schwarzmarkt eindecken und kommen daher nicht mehr in Kontakt mit harten Drogen.