Nationahlratswahlen : Kurt Wasserfallen keine Chance für die Nomination
Von Anfang an keine Chance hatten Nationalrat Kurt Wasserfallen, der als erster ausschied
Die FDP des Kantons Bern steigt mit Brigitte Bolli in die Ständeratswahlen vom kommenden Herbst. Die Grossrätin will den frei werdenden Sitz von Christine Beerli verteidigen, die nach zwölf Jahren im Ständerat nicht mehr kandidiert. Keine Chance hatte Kurt Wasserfallen.
Die 45-jährige Fürsprecherin Brigitte Bolli erreichte im sechsten Wahlgang 179 Stimmen. Die Delegierten haben sie am Mittwoch in Lyss Nationalrat Johann N. Schneider vorgezogen. Dieser kam als letzter verbliebener Konkurrent auf 142 Stimmen.
Der ebenfalls als Favorit gehandelte Grossrat Christoph Erb fiel im fünften Wahlgang mit lediglich vier Stimmen weniger als Schneider aus dem Rennen und war entsprechend enttäuscht.
Brigitte Bolli wohnt in der Stadt Bern und sitzt seit 1994 im bernischen Kantonsparlament. Sie lag von Beginn weg in Führung, erreichte im ersten Umgang schon 89 Stimmen, steigerte sich kontinuierlich und erhielt dann im letzten Umgang etwas überraschend die Mehrheit der 104 Stimmen, die von Erb frei wurden.
Die Überraschung der Siegerin
"Ich glaub es irgendwie noch nicht ganz", hörte man die strahlende Siegerin nach der Nomination gegenüber Gratulanten sagen. Sie sei zwar schon den ganzen Tag locker gewesen und habe unter die ersten drei kommen wollen, sagte sie gegenüber der Nachrichtenagentur sda nach der Nomination.
Auf die Frage, warum es ihr sogar zum Sieg gereicht habe, blieb sie aber vorerst etwas ratlos. Sie hoffe, dass es ihre bisherige Arbeit sei, welche die Delegierten überzeugt habe.
Sie sei sehr glücklich über die Wahl und freue sich über den grossen Rückhalt in der Partei. Die Nomination sei indes nur ein Teilsieg. Es gelte nun, die nächsten sieben Monate gut zu nutzen und die Wahlen erfolgreich zu gestalten, sagte sie den Delegierten nach der Nomination am Rednerpult.
Bolli fällt mit der Nomination für den Ständerat aus der Nationalratswahlliste. Die Geschäftsleitung der bernischen FDP wird für sie laut Parteipräsident Rolf Portmann eine Ersatzperson nachnominieren.
Von Anfang an keine Chance hatten Nationalrat Kurt Wasserfallen, der als erster ausschied, sowie Präsenz-Schweiz-Chef Johannes Matyassy. Ihn ereilte das gleiche Schicksal im dritten Umgang.
Einen Achtungserfolg verbuchte Peter Rychiger, Grossrat und langjähriger Kantonalpräsident der bernischen FDP Peter. Er schaffte es bis in den vierten Umgang.
Die bernische FDP entschied sich somit, für die nach zwölf Jahren zurücktretende Christine Beerli wieder eine Frau in den Ständerats-Wahlkampf zu schicken.
Bolli soll auf einer gemeinsamen Liste mit dem von der SVP bereits nominierten Bisherigen Hans Lauri dafür sorgen, dass im Herbst die traditionell ungeteilte bürgerliche Standesstimme des Kantons Bern im Ständerat erhalten bleibt.
Die Freisinnigen haben sich mit der Wahl Bollis unter anderem auch gegen die mögliche Kandidatur von Nationalrätin Cornelia Sommaruga gewappnet, welche allenfalls für die SP ins Rennen um den zweiten Berner Sitz in der kleinen Kammer steigen wird.
Vor der Ständeratsnomination haben die bernischen Freisinnigen in Lyss die Frauen- und Männerliste für die Nationalratswahlen unverändert und diskussionlos akzeptiert. An der Spitze der jeweils 26 Namen umfassenden Listen stehen die Vertreter des französischsprachigen Berner Juras.