Nicht mehr THC im Joint als in den siebziger Jahren

Französiche Regierungsstudie zum THC-Gehalt in den letzten Jahren
Die Studie zeigt eine "grosse Bandbreite" von THC-Gehalten auf, mit einem Maximum von 54% für Harze und bis 25% fürs Kraut. Aber der Anteil an starken Produkten mit mehr als 20% THC scheint gering. Er wird auf dem französischen Schwarzmarkt auf 4,3% (5,2% fürs Kraut und und 3,4 % fürs Harz geschätzt.

Ist der Joint von heute stärker als die der siebziger Jahre? Diese immer wiederkehrende Frage wird in mehreren europäischen Ländern gross diskutiert. Aber die Spezialisten verfügen über zuwenig Distanz. Das Phänomen des Cannabiskonsums wird erst seit etwa 15 Jahren ernsthaft studiert.

"Es gibt keine Studie über die Entwicklung des THC-Gehalts in Frankreich für die Zeit vor 1990", erinnert das französische Observatorium für Drogen und Süchte (Observatoire français des drogues et des toxicomanies, OFDT) Das THC oder Tetrahydrocannabinol ist die Hauptsubstanz und verantwortlich für die psychoaktiven Effekte des Cannabis.

Es ist also der Gehalt an THC, welcher das berauschende Potential des Produkts bestimmt. Nach einer Beobachtungsstudie, welche vom OFDT an Hand hunderter Muster im Jahr 2005 durchgeführt wurde, ist der mittlere THC-Gehalt bei 10% fürs Kraut und das Harz. Diese Zahl "bleibt im Durchschnitt, welcher in anderen europäischen Ländern beobachtet wurde", wie das OFDT mitteilt. Diese Resultate stimmen mit den Daten von Polizei und Zollbehörden überein, welche das Auftauchen starker Produkte auf das Jahr 1997 zurückführen. Unter den Beschlagnahmungen des Jahres 2004 enthielten 2% der Muster mehr als 20% THC. Und die Tests, welche zwischen 2000 und 2005 vor allem vom nationalen Polizeilabor vorgenommen wurden, zeigten Durchschnitte von 9% für die Harze und 7% fürs Kraut.

Die einzige Ausnahme ist Holland, wo die lokalen Pflanzer Techniken anwenden, welche immer höhere THC-Gehalte erzielen. Nachbarschaft verpflichtet, so findet man übrigens in der Nordhälfte Frankreichs die meisten starken Produkte.

"Das Gerücht einer Explosion der THC-Gehalte kann in Frankreich nicht dokumentiert werden", insistiert Jean-Michel Costes, Direktor der OFDT. "In den letzten fünf Jahren konstatiert man eher eine Stabilisierung", fügt er hinzu, dies nicht ohne anzuerkennen, dass "ausnahmsweise Unfälle geschehen können".

Schlussendlich wurde keine psychotrope Substanz (ausser den Cannabinoiden) oder medizinischer Wirkstoff in Frankreich in Cannabis-Substanzen identifiziert, sei dies bei bei den Beschlagnahmungen oder bei den Konsumprodukten.

*Le profil type des fumeurs de cannabis :* http://www.lemonde.fr/web/infog/0,47-0@2-3224,54-934006@51-933960,0.html

*Les Français et le cannabis (vidéo) :*
- http://www.lemonde.fr/web/video/0,47-0,54-934008,0.html

Le Monde, Paris, 11.07.2007