Was Richtig und was Falsch ist...

2002/08/29 - Der Bund, Leserbriefe

Hanfläden schliessen ?
Der grüne Statthalter Alec von Graffenried hat in seinem Gebiet den überbordenden Handel mit Hanf in die Schranken gewiesen. Das sollten auch Befürworter der Hanflegalisierung begrüssen. Denn eine Legalisierung hat nur eine politische Chance, wenn sie kontrolliert ist.
Das Kernstück einer kontrollierten Legalisierung von Hanf, welche in der Bevölkerung akzeptiert werden kann, sind Vorkehrungen, die dem Entstehen einer schweizerischen Drogenmafia den Riegel schieben.
Was soll ein Hanfladen verkaufen dürfen? Er soll Saatgut für den Eigenanbau verkaufen dürfen. Das schult die Kundschaft zugleich in gärtnerischem Können und im geduldigen Warten zwischen Saat und Ernte. Das hat durchaus einen persönlichkeitsfördernden Wert.
Konsumierbar soll Hanf nur in Kleinstmengen bis zu 5 Gramm pro Tag verkauft werden können. Voraussetzung dafür ist, dass das Mindestalter 18 und die Schweizer Staatszugehörigkeit und bei Ausländern die Niederlassungsbewilligung ausgewiesen werden können. Der Hanftourismus muss verhindert werden, sonst wird unser liberales System unter Druck kommen. Mit einer Steuer wie bei Alkohol und bei Tabak soll ein Teil der Handelsmarge für Suchtprävention abgezweigt werden. Schranken soll es auch beim Hanfanbau in der Landwirtschaft geben.
Die Anbaufläche je Betrieb soll auf 3000 Quadratmeter beschränkt werden und meldepflichtig sein. Alle diese Einschränkungen verhindern übermässige Bereicherung auf Kosten einer menschlichen Schwäche, die auf der gleichen Stufe wie Nikotin- und Alkoholsucht steht.
In diesem Sinn wird sich die Kleinbauern-Vereinigung bei der Revision des Betäubungsmittelgesetzes einsetzen.

Herbert Karch, Wattenwil
Geschäftsführer Kleinbauern-Vereinigung