Welcher Wirtschaftsfaktor der Drogenmarkt ist

Uno verliert Drogenkrieg

13 03 2009 von Max Borowski (Berlin)

Weltweit erwirtschaftet der Drogenhandel geschätzt 200 Mio. $ pro Jahr. Beleg für das blühende Geschäft lieferte die vor wenigen Tagen vom Magazin "Forbes" veröffentlichte Liste der reichsten Menschen der Welt: Sie wird angeführt vom mexikanischen Mafiaboss und Milliardär Joaquín "Shorty" Guzmán, einem Drogenhändler.

Viele Kritiker sehen in der von der Uno verordneten strikten Kriminalisierung sowohl des Anbaus und Schmuggels als auch des Konsums von Drogen die Hauptursache für diese Blüte der Kartelle.

Tausende Tote in Mexiko, Korruption und Instabilität in Westafrika seien "ein Zeugnis für die katastrophalen Auswirkungen eines Systems zur Drogenbekämpfung, das auf weltweiten Verboten beruht", sagte Danny Kushlick, der Vorsitzende der britischen Organisation Transform, die sich für die Entkriminalisierung des Drogenkonsums einsetzt, um die Kartelle zu schwächen und Abhängigen einen besseren Zugang zu medizinischer Betreuung zu ermöglichen.

Präsident Morales kaute in Wien demonstrativ Kokablätter, um für die Legalisierung der seiner Meinung nach harmlosen Pflanze zu werben.

Die zahlreichen Befürworter einer Änderung der Uno-Strategie konnten sich jedoch in den Details nicht auf gemeinsame Positionen einigen. Die unter anderem von einigen südamerikanischen Vertretern geforderte generelle Legalisierung von Marihuana und Kokablättern etwa fand bei den Europäern keine Zustimmung.

Diese wiederum konnten ihre Forderung, den Konsum von geringen Drogenmengen zu entkriminalisieren - was viele Staaten entgegen der geltenden Uno-Resolution bereits praktizieren -, nicht durchsetzen.