Der psychiatrische Dienst für Kinder und Jugendliche der Universität Lausanne hat während 3 Jahren 102 Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren untersucht, die regelmässig psychoaktive Substanzen konsumieren (vor allem Cannabis). Laut der am Mittwoch veröffentlichten Studie konsumieren zwei Drittel der befragten Jugendlichen täglich Cannabis.
Alkohol wird vor allem am Wochenende getrunken. Mehr als die Hälfte der Jugendlichen, die Zigaretten rauchen, tun dies in grösserer Menge: 10 bis 20 Zigaretten täglich. Beim Tabak setzt der Konsum bereits im Alter von 13 Jahren ein. Alkohol wird ab 14 bis 15 Jahren getrunken. Der Cannabiskonsum folgt später.
Nach der Studie haben Jugendliche mit moderatem Konsum weniger psychologische, soziale, familiäre oder gesetzliche Probleme. Umgekehrt sind Jugendliche mit intensivem oder steigendem Konsum mit grösseren Problemen konfrontiert. Ursache und Wirkung seien aber unklar. Es lasse sich also nicht schlussfolgern, Jugendliche rauchten Joints, weil sie Sorgen hätten. Ebenso wenig lasse sich sagen, die Konsumenten hätten Probleme, weil sie rauchten.
Die Befragten erachten es als wichtig, in einem globalen Rahmen unterstützt zu werden - und nicht nur bezogen auf ihren Substanzkonsum. Sie legen zudem Wert darauf, bei einer vorgeschlagenen Betreuung die Rolle eines aktiven Partners spielen zu können.
Die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) finanzierte Studie schliesst eine Lücke, da bisher nur Daten über das Konsumverhalten von Erwachsenen vorliegen. Das BAG zieht folgende Schlüsse aus der Studie: Nebst Konsumenten ohne Probleme gebe es Jugendliche, „deren missbräuchlicher Konsum fast immer mit anderen Problemen einher geht“, erklärte Bernhard Meili, Leiter der Fachstelle Gesundheitsförderung und Prävention im BAG, auf Anfrage. Dies spreche für eine Entkriminalisierung des Cannabis-Konsums. Eine Lockerung für unproblematische Konsumenten sollte durch einen verstärkten Jugendschutz aufgefangen werden. Der im Parlament diskutierte Gesetzesentwurf verpflichtet die Kantone, Strukturen für eine frühzeitige Betreuung einzurichten.