2004/04/24 - Berner Zeitung

Betäubungsmittelgesetz

Drogenfachleute appellieren an den Nationalrat, im Juni auf das Betäubungsmittelgesetz einzutreten.

Vertreter landesweit tätiger Organisationen warnten gestern in Bern als Ärzte, Therapeuten, Polizisten und Eltern von Süchtigen davor, die nationale Drogenpolitik zurückzuwerfen. Mit der Gesetzesrevision würde der gesellschaftlichen Realität endlich Rechnung getragen, Polizei und Justiz würden entlastet. Ein zweites Nein würde die seit 10 Jahren erfolgreiche Drogenpolitik zurückwerfen. Die Entkriminalisierung des Cannabiskonsums beherrsche zu Unrecht die Diskussion, sagte Toni Berthel von der Gesellschaft für Suchtmedizin. Ein Nichteintreten verleugne die ausgewiesenen Erfolge der Viersäulenpolitik, die noch nicht in allen Kantonen Geltung habe. Ein besserer Jugendschutz würde verhindert. Die Polizei sollte sich auf die organisierte Kriminalität und die Szenenbildung konzentrieren, sagte Martin Jäggi, Präsident der Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten.