2004/06/26 - Berner Zeitung

Der Cannabiskonsum wird nicht legalisiert, und die Repression dauert an. Aber Gras und Haschisch können weiterhin gekauft werden. Auf der Strasse oder in verdeckten Hanfläden wie in der Stadt Bern. In den Läden werden Schallplatten, Kleider oder Schuhe verkauft. Aber das ist nicht alles. "Unter dem Tisch" wird auch Gras oder Haschisch hinübergereicht - allerdings nur an Kunden, die man dort kennt. Dies behaupten Leute aus der Berner Kifferszene.
Dass es in der Innenstadt verdeckte Hanfläden gibt, bestätigte im BZ-Talk auf TeleBärn diese Woche auch Florian Walser, der Chef der Stadtberner Kriminalpolizei. In den normalen Hanfläden hingegen finden Konsumentinnen und Konsumenten keinen "Stoff" mehr. "Es ist der helle Wahnsinn, was hier abgeht", sagt ein Hanfladenbesitzer im Zusammenhang mit dem "Beschaffungsstress" der Konsumenten. Denn wer nicht selber daheim auf dem Balkon ein paar Pflänzchen hat oder die neuen "Hanfläden" noch nicht kennt, muss sich auf der Gasse eindecken. Szenenbeobachter sagen aber, dass nur noch grössere Mengen Cannabis verkauft würden und es unter 50 oder 100 Franken nichts mehr gebe. Während Neueinsteiger heute mehr Mühe haben, Cannabis zu kaufen, können sich langjährige Kiffer weiterhin auf alte Marktstrukturen verlassen: Der sozusagen private Deal funktioniert noch immer bestens. Dort haben sich die Preise seit Jahren nicht mehr verändert.

czd/bg