In den letzten fünf Monaten, seitdem das Drogengesetz im letzten Januar gelockert wurde, sind die Verhaftungen wegen Cannabis um ein Drittel zurückgegangen, dies gemäss ersten Schätzungen, welche gestern vom Innenministerium veröffentlicht wurden.
Die Sprecher sagten, dass die Schätzungen zeigen, dass als Resultat der Herabstufung von Cannabis von einer Droge der Kategorie B zu einer der Kategorie C 180’000 Polizei-Arbeitstunden bis Ende Jahr eingespart sein werden.
Diese Aenderung hat zum Ziel, dass die Polizisten ermutigt werden, in Fällen von einfachem Drogenbesitz, gefundene Ware zu beschlagnahmen und die Leute zu verwarnen, statt sie zu verhaften. Letzte Zahlen zeigen, dass vor der Gesetzesänderung 97’000 Personen pro Jahr wegen Cannabis-Besitz verhaftet wurden.
Das Innenministerium veröffentlichte ebenfalls Zahlen aus der Kriminalstatistik, welche belegen, dass erstmals der Cannabiskonsum unter Jugendlichen rückläufig ist. Die Daten zeigen, dass noch knapp 25% der 16 bis 24 jährigen sagen, sie hätten in den 12 Monaten vor März 2004 Cannabis versucht. 1998 waren es 28%.
Die Sprecherin des Innenministeriums, Caroline Flint sagte: "Dies sind ermutigende Zahlen, aber wir sind nicht zufrieden. Die Polizei verbraucht weniger Zeit, um Leute wegen Cannabis-Besitz zu verhaften und den Papierkram, der dazu gehört, zu erledigen. Das ermöglicht ihr, sich auf die Klasse-A-Drogen zu konzentrieren, welche die Gesellschaft am stärksten schädigen."
Das Innenministerium teilte mit, es habe noch keine detailierte Zahlen zu den Verhaftungen wegen Cannabis-Besitz. Die Schätzungen basierten jedoch auf Meldungen von 26 der 43 lokalen Polizeien in England und Wales. Gemäss deren Angaben wurde Trend der Verhaftungen zwischen Februar und Juni mit den Zahlen vom 2003 verglichen.
Diese erfolgreiche Aenderung der britischen Drogengesetze kommt zu einem Zeitpunkt, wo die "horizontal arbeitende Drogenpartei" ("horizontal working party on drugs") vorschlägt, dass die Minister Internet-Seiten, welche Informationen zur Anpflanzung und der Verbreitung von Cannabis anbieten, verbieten sollen.
Auf Initiative der schwedischen und der spanischen Regierung übt diese Arbeitsgruppe Druck auf die EU-Minister aus, damit diese einen Resolutionsentwurf annehmen, welche sich dem Konsum dieser Droge und dem höheren Potential gewisser Marijuana-Sorten widmet und international härtere Gesetze gegen den Handel fordert.
Der Vorschlag, die EU-Regierungen zu zwingen, gegen Pro-Cannabis-Homepages vorzugehen, hat die Aktivisten verärgert. Die britische Cannabis-Legalisierungs-Kampagne sagte, sie sei damit einverstanden, dass die Droge nicht harmlos sei, bestand aber darauf, dass ihre Website Informationen über Cannabis vermittle und nicht den dessen Gebrauch fördere.
Sie sagten, der Vorschlag käme einer Zensur gleich und führe dazu, dass dies zu einer Unterdrückung jeglicher Website, welche ein Hanfblatt zeige, führen könne.
Die EU-Arbeitsgruppe ist einflussreich, weil sie direkt dem Ministerrat berichtet. Ihr Resolutions-Entwurf sagt, Cannabis sei die meist verwendete illegale Substanz in allen EU-Staaten und seine Popularität bei der Jugend sei in den meisten Staaten am steigen.