2004/09/16 - 20 Minuten

Die Hälfte der Baselbieter 15-Jährigen hat schon gekifft. Zu viel, findet die Baselbieter Justizdirektorin und lud gestern zu einer Cannabis- Info-Veranstaltung.

Es ist eine Tatsache: Knapp 50 Prozent der 15-Jährigen haben Erfahrungen mit Cannabis. Die Baselbieter Justizdirektorin Sabine Pegoraro lud deshalb gestern rund 160 Gemeindevertreter, Vormundschaftsbehörden, Sozialarbeiter, Lehrer und Ärzte zur Cannabis-Info- Veranstaltung mit Expertenvorträgen in die Mittenza.

"Durch Vernetzung der entsprechenden Stellen wollen wir die Anzahl kiffender Jugendlicher massiv senken", sagte sie gegenüber 20 Minuten. Das Hauptaugenmerk gelte dem Jugendschutz.

"Die Verfügbarkeit von Cannabis spielt eine grosse Rolle für die starke Zunahme des Kiffens unter den Jugendlichen", weiss Volker Dittmann, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin der Uni Basel. Jugendliche hätten ein Bedürfnis nach Rauschzuständen, erklärte Psychologe Klaus J. Beck: "Das war immer so". Viele Teenager würden Cannabis heute in Momenten von Frust, Erfolg und Misserfolg, Enttäuschung, Druck und oft auch Langeweile als "Selbstmedikation" konsumieren. Den Konsumenten müsse Hilfe zum Ausstieg gegeben werden. "Kriminalisieren bringt nichts", meint auch Beat Krattiger von der Baselbieter Polizei.

Jan Kirchhofer