Rund um vier Hanffelder im Kanton Freiburg haben sich in den vergangenen Wochen Diebe und Bewacher Schlägereien und Verfolgungsjagden geliefert.
Gemäss der Kantonspolizei Freiburg herrschten zeitweise Verhältnisse wie im Wilden Westen. Nach einer neuen Eskalation müssen die Felder nun beseitigt werden.
Ein anfängliches Katz- und Mausspiel zwischen den Besitzern der vier Felder und vereinzelten Dieben hat sich in den letzten Wochen zum planmässigen Diebstahl grösserer Mengen von Hanf entwickelt, wie die Freiburger Kantonspolizei am Freitag mitteilte. Die Besitzer antworteten darauf mit Überwachungsaktionen, bei denen sie teilweise mit Schusswaffen ausgerüstet waren. Nachdem Klagen aus der Bevölkerung laut wurden, beschlagnahmte die Polizei mehrere Schusswaffen.
Am vergangenen Mittwoch eskalierte die Situation erneut. Am frühen Morgen verlangte der Besitzer eines der Felder die Intervention der Kantonspolizei. Die Bewacher des Hanffeldes hatten einen Zürcher Personenwagen angehalten. Daraufhin ergriff der 19-jährige Beifahrer die Flucht. Während die Bewacher ihm nachstellten, stiess der 21-jährige Autolenker die beiden ihn blockierenden Wagen im Vorwärts- und Rückwärtsgang weg, um so die Flucht Richtung Rechthalten (FR) zu ergreifen. Das Fluchtfahrzeug wurde von der Polizei angehalten und der Lenker identifiziert. Der Beifahrer wurde von den Hanffeld-Bewachern gestellt. Beide beklagten sich, sie seien von den Bewachern mit Holzstöcken geschlagen worden. Sie wurden ärztlich versorgt. Später wurden in der Region in einem beschädigten Kastenwagen zwei weitere Männer im Alter von 24 und 27 Jahren angehalten, die gemäss Polizei mit der Angelegenheit in Verbindung stehen könnten. Nach Abschluss der Ermittlungen wurden alle Personen auf freien Fuss gesetzt.
Am Mittwochabend wurde erneut die Polizei aufgeboten, nachdem der Besitzer des Hanffeldes und die Bewacher einen Mann angehalten hatten. Der 21-jährige Franzose lag am Boden und beklagte sich über Schmerzen. Er gab an, mit Holzstöcken geschlagen worden zu sein, obwohl er das Hanffeld gar nicht betreten habe.
Der zuständige Untersuchungsrichter Markus Julmy setzte zwei Besitzer der Hanffelder in Untersuchungshaft. Er entliess sie unter der Bedingung, dass die Hanffelder bis am (morgigen) Samstagabend beseitigt sind. Die polizeiliche Kontrolle in der Gegend wurde verstärkt.
Gemäss Julmy ist noch offen, inwieweit sich die Hanffeldbesitzer wegen der Schlägereien und des Waffenbesitzes verantworten müssen. Er beschuldige sie zudem des Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetzes. Wenn sie Diebstahl nicht wirkungsvoll verhindern könnten, machten sie sich der fahrlässigen Vermittlung schuldig, sagte er. Zudem werde der THC-Wert des Hanffeldes ermittelt.