Ein "Special Committee on Illegal Drugs" des kanadischen Senats hat im Oktober 2002 eine umfangreiche, über 600 Seite starke Studie zu Cannabis veröffentlicht. Auftrag der Studie war es,
den Umgang der kanadischen Politik mit Cannabis in ihrem Kontext zu untersuchen,
die Wirksamkeit dieser Politik und die Mittel, die zu ihrer Durchsetzung verwendet werden
die politischen Mittel, die andere Länder einsetzen
Kanadas internationale Rolle und Verpflichtungen unter den UN-Konventionen sowie den internationalen Menschenrechten im Zusammenhang mit Cannabis
Die sozialen und gesundheitlichen Folgen verschiedener Politikansätze zu untersuchen.
Das Komitee setzte ein Forschungsprogramm in Gang, das sich auf fünf Hauptachsen des Wissens über Cannabis verteilte:
die sozio-historischen, geopolitischen, anthropologischen, kriminologischen und ökonomischen Zusammenhänge des Gebrauchs und der Regulierung von Cannabis.
die medizinischen und pharmakologischen Aspekte des Gebrauchs und der Regulierung von Cannabis.
die juristischen und politischen Aspekte aus nationaler Sicht
die juristischen und politischen Aspekte in internationaler Perspektive
die ethischen Aspekte und Kanadas moralische und verhaltensmäßige Standards.
Das Kommittee kommt zu dem Schluß, dass die bisherige Politik der Prohibition von Cannabis versagt hat und eine Neuoerientierung der nationalen und internationalen Politik erforderlich ist. Es empfiehlt eine Legalisierung von Cannabis, eine gesetzlich geregelte Produktion und Distribution und eine Amnestie für alle wegen Cannabis-Besitzes in der Vergangenheit Bestraften.
Im Folgenden eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse der Studie, die Online unter http://www.parl.gc.ca abrufbar ist.
1) Die sozio-historischen, geopolitischen, anthropologischen, kriminologischen und ökonomischen Zusammenhänge des Gebrauchs und der Regulierung von Cannabis
Die Informationen über die Märkte von Cannabis sind dünn und widersprüchlich. Seit 1997, so die Jahresreporte der kanadischen Polizei, kommen jährlich etwa 800 Tonnen Cannabis in den Verkehr. Allerdings hören wir von einigen Seiten, dass die Cannabis Produktion stark gestiegen sei und es leichtererhältlich wäre als je zuvor.
Die Daten über den wirtschaftlichen Wert des Cannabis Markts sind nicht zuverlässig.
Im einzelnen konnten wir feststellen:
Der Umfang der nationalen Produktion hat deutlich zugenommen, es wird geschätzt, dass 50% des in Kanada erhältlichen Cannabis aus einheimischer Produktion stammt
Die Provinzen Britisch Columbia, Ontario und Quebec sind die Hauptproduzenten
Die Schätzungen des Marktwerts des Cannabismarkts sind unzuverlässig. Wenn zum Beispiel 400 Tonnen jährlich in Kanada angebaut werden, wäre - bei einem Strassenpreis von 225 $ pro Unze - der Gesamtwert der heimischen Ernte unter 6 Milliarden $, weniger als manche Schätzungen allein für die Provinz Ontario angeben.
Ein unbekannter Anteil der nationalen Produktion wird in die Vereinigten Staaten exportiert
Ein Teil der Produktion wird von Elementen des organisierten Verbrechens kontrolliert.
Wir haben viele alarmistische Kommentare über den gestiegenen Anteil des Wirkstoffs THC im Cannabis erhalten. Es ist jedoch sehr schwer zu schätzen, wo der Durchschnittsgehalt des auf dem Markt erhältlichen Cannabis liegt. Optimierte Anbaumethoden und Züchtungen haben den Wirkstoffgehalt wahrscheinlich steigen lassen. Wir fanden, dass:
Normales Cannabis enthält zwischen 0,5 und 3% THC. Fortschritte in der Züchtung und beim Anbau haben zu Pflanzen mit einem höheren THC-Gehalt geführt, doch ist der Durchschnittsgehalt schwer zu schätzen, er variiert zwischen 6% und 31%
Es gibt nur wenig soziologische oder anthropologische Studien über die Zusammenhänge und Unmstände illegalen Drogengebrauchs, besonders für Cannabis. Deshalb basieren die Resultate unserer Untersuchung auf sehr wenigen Daten
Die epidemologischen Daten zeigen, dass knapp 30% aller kanadischen Bürger (12-64 Jahre) mindestens einmal Cannabis benutzt haben.
Etwa 2 Millionen Kanadier über 18 Jahre nutzten es in den letzten 12 Monaten, etwa 600.000 während des letzten Monats, etwa 100.000 täglich.
Der Gebrauch ist am höchsten in der Gruppe der 16-24-jährigen
In der Gruppe der 12-17 jährigen fanden wir, dass Kanada eine der höchsten Raten des Cannabisgebrauchs bei Jugendlichen hat, etwa 1 Million es in den letzten 12 Monaten benutzte, 775.000 im letzten Monat und 225.000 täglich
Das Durchschnittsalter bei der Einführung in Cannabis liegt bei 15 Jahren
Regelmäßige Nutzer wurden meist schon in jungen Jahren eingeführt
Langzeit-Nutzer hatten oft eine Periode heftigen Gebrauchs in ihren frühen 20ern
Cannabis selbst führt nicht zu anderen Drogen - insofern weisen wir die Theorie der "Einstiegsdroge" zurück.
Cannabis selbst führt nicht zu Verbrechen oder Delinquenz
Cannabis ist kein Auslöser von Gewalt
Die meisten Benutzer gehören nicht zu einer Risikogruppe, da ihr Gebrauch kontrolliert, zeitweilig und unregelmäßig ist
Für Benutzer über 16 wird die Risikogruppe definiert, wenn der gebrauch zwischen 0,1 und 1 Gramm pro Tag liegt. Nach den vorliegenden Daten zählen in Kanada etwa 100.00 Personen zu dieser Risikogruppe
Das Komitee glaubt, das wegen der Effekte auf kognitive und psychosoziale Funktionen, jeder Cannabis-Gebrauch bei unter 16-jährigen als Risikogebrauch einzustufen ist
Zwischen 5% und 12% aller Fahrer könnten unter dem Einfluss von Cannabis Auto fahren, bei Männern unter 25 liegt der Anteil bei 20%
Cannabis alleine, besonders in geringer Dosierung, hat wenig Einflussauf die Fahrtüchtigkeit. Cannabis führt zu einem vorsichtigeren Fahrstil, hat jedoch negative Einflüsse auf das Reaktions- und Zeitgefühl. Dies allein bedeutet jedoch nicht, dass Fahrer unter dem Einfluss von Cannabis ein Sicherheitsrisiko darstellen.
Bei einem großer Anteil von Unfallfahrern wurden bei Tests Cannabis und Alkohol gemeinsam entdeckt.
Trotz Fortschritten in jüngster Zeit gibt es bisher keine verläßlichen Sofort-Tests für Straßenkontrollen von Cannabis
Blut bleibt das beste Medium um die Präsenz von Cannabinoiden zu messen, Urinproben können den aktuellen Gebrauch nicht messen, die optische Erkennungsmethoden von Polizeibeamten hat sich als recht zuverlässig erwiesen.
Es ist wichtig, geeignete Meßgeräte zu entwickeln und das Fahrverhalten von Cannabisgebrauchern besser zu erforschen.
2) Die medizinischen und pharmakologischen Aspekte des Gebrauchs und der Regulierung von Cannabis
Es gibt klare, allerdings noch nicht definitive Indikationen des therapeutischen Nutzens von Marijuana bei den folgenden Anwendungen: Linderung chronischer Schmerzen, Krampflösung bei Multipler Sklerose und bei Epilepsie, Übelkeit bei Chemotherapie und Stimulanz bei Appetitlosigkeit.
Es gibt weniger klare Indikationen für Marijuana bei Glaukomen und anderen medizinischen Anwendungen
Marijuana ist als Medikament erst wenigen strengen, kontrollierten Studien untezogen worden (Anm. des Übersetzers: ...besitzt aber eine mindestens 3000-jährige Tradition als sicheres Heilkraut)
Die Qualität und Effektivität von gerauchtem Marijuana ist noch nicht in klinischen Tests untersucht worden.
Es gibt erste Studien mit synthetischem THC, aber die Wissengrundlage ist noch zu klein um grundsätzliche Aussagen über Effektivität und Sicherheit zu treffen
Grundsätzlich ist die Wirkung gerauchten Marijuanas spezifischer und tritt schneller ein als bei synthetischen Substanzen.
Gerauchtes Marijuana ist potentiell schädlich für das Atmungssystem
Menschen, die Marijuana zu therapeutischen Zwecken rauchen, regulieren ihren Gebrauch selbst und suchen nicht wirklich nach dem psychoaktiven Effekt.
Menschen, die Marijuana zu therapeutischen Zwecken rauchen, bevorzugen es, die Art der Einnahme selbst zu wählen
Zur Versorgung sollten Mittel und Wege gefunden werden, alternative Möglichkeiten, wie "Compassion Clubs" zu entwickeln
Die Praktiken dieser Organisationen (die Cannabis an Patienten abgeben, d.Übs.) sind auf einer Linie mit den therapeutischen Indikationen, die sich aus klinischen Studien ergeben, und garantieren Qualität und Sicherheit.
Die Studien dazu, die von "Health Canada" durchgeführt wurden, sollten so schnell wie möglich umgesetzt werden.
"Health Canada" sollte so schnell wie möglich mit den "Compassion Clubs" klinische Studien durchführen.
Bei unserer Untersuchung der Marihuana Medical Access Regulations (MMAR), die seit 30. Juli 2001 ernsthaft erkrankten Patienten Zugang zu Marijuana verschafft, haben wir folgendes gefunden:
die MMAR haben die Rahmenbedingungen für den Zugang zu Marijuana für Patienten nicht geschaffen und die Restriktionen behindern viele Patienten, deren Gesundheit von Marijuana profitieren würde
die Verweigerung der Ärztegemeinschaft als Türhüter zu fungieren und die Schwierigkeit legale Quellen für Cannabis zu erschließen haben die derzeitige Regelung zu einem illusorischen projekt gemacht.
In fast einem Jahr wurden gerade einmal 225 Patienten autorisiert, Marijuana zu besitzen, 498 wurde es verweigert - diese geringe Teilnahmerate erregt Besorgnis.
Änderungen sind dringend erforderlich, bei der Feststellung wer für den medizinischen Gebrauch in Frage kommt und wie der Zugang verschafft wird.
In Kanada hat bisher keine Forschung zur Effektivität und Sicherheit von medizinischem Cannabis stattfinden können, weil die Forscher kein Marijuana für ihre Versuche haben.
3) Die juristischen und politischen Aspekte aus nationaler Sicht
Wir haben Folgendes herausgefunden:
Die öffentliche Meinung zu Marijuana ist heute liberaler als 10 Jahre zuvor
Es herrscht die Tendenz, dass Marijuana heute verbreiteter ist und leichter erhältlich als früher
Es herrscht die Tendenz, Marijuana nicht für eine geföhrliche Droge zu halten
Es gibt die deutliche Sorge vor organisierter Kriminalität
Es gibt eine starke Unterstützung für medizischen Marijuana
Es herrscht die Tendenz, Marijuana zu dekriminalisieren, oder - weniger ausgeprägt - zu legalisieren
Die Menschen kritisieren Strafverschärfungen wegen einfachem Besitz
Es herrscht Besorgnis, was Kinder und Jugendliche betrifft
Was die juristische Verfolgung von Cannabis betrifft, hat das Komitee folgendes gefunden:
Die frühe Drogengesetzgebung war gekennzeichnet von Panik, Rassismus und der Abwesenheit jeder Diskussion
Die Drogengesetzgebung enthielt oft besondere Repressionen ungewöhnliche hohe Haftstrafen
Die Arbeit der Le Dain Commission legte den Grundstein zu einer vernünftigeren Drogenpolitik, hatte aber erst 1996 Auswirkungen auf die Gesetzgebung, besonders im Zusammenhang mit Cannabis.
Die aktuelle Situation ist wie folgt gekennzeichnet:
Die jährlichen Kosten der Drogenbekämpfung in Kanada liegen zwischen 700 Millionen und 1 Billion $.
Eine reduzierte Verfolgung von Cannabis könnte substanzielle Ersparnisse mit sich bringen - und eine Verlagerung der Mittel auf andere Prioritäten der Polizei
Wegen des vertraulichen Ablaufs von Drogenvergehen, hat die Polizei aufwendige investigative Operationstechniken entwickelt. Diese Kräfte sind nicht unbegrenzt und stehen derzeit auch bei den Gerichten zur Prüfung an.
Über 90.000 Drogenvergehen werden jährlich zur Anzeige gebracht, davon betreffen drei Viertel Cannabis, 50% davon nur geringen Besitz
Von 1991 bis 2001 haben sich die Cannabisfälle nahezu verdoppelt, vor allem die Zahl der gemeldeten Fälle von Cannabisanbau stieg stark an.
Die Strafen, die für Drogenvergehen ausgesprochen werden, variieren stark zwischen den Provinzen. Dies ungleiche rechtliche Situation ist besorgniserregend
1999 führten die kanadischen Gerichte 34.000 Drogenprozesse die über 400.000 Vorladungen mit sich brachten.
Der "Correctional Service Canada" gibt jährlich etwa 169 Millionen $ für die Kosten von Haftstrafen, Sicherheitsmaßnahmen und Behandlungsprogramme aus. Die Ausgaben für Behandlungs-und Entzugsprogramme sind unverständlich niedrig verglichen mit der Zahl der Insassen mit Suchtproblemen
Die Provinzgerichte haben in ihren Urteilen bisher die Verfassungsmässigkeit der Cannabis-Prohibition bestätigt. Da es Belege für Gefahren von Marijuana gäbe, hätte das Parlament eine rationale Grundlage für ein Verbot. Diese Ansicht ist angefochten worden, der "Supreme Court" wird demnächst entscheiden, ob die Prohibition verfassungsgemäß ist.
Was die Prävention betrifft kam das Komitee zu folgenden Erkenntnissen:
Prävention hat nicht den Zweck der Kontrolle, sondern die Individuen zu stärken, sich bewußt zu entscheiden und Risiko-Verhalten zu vermeiden
Eine nationale Drogenstrategie sollte eine starke Präventions-Komponente enthalten
Präventionsstrategien müssen in der Lage sein, das aktuelle Wissen über Drogen zu berücksichtigen
Präventionsbotschaften müssen glaubhaft, überprüfbar und neutral sein
Präventionsstrategien müssen viele verschiedene Faktoren umfassen und in die Kommunen eingebunden sein
Präventionsmaßnahmen in Schulen sollten nicht von Polizisten oder polizeilichen Diensten durchgeführt werden
Kanada sollte überprüfen, ob das bisher gewählte (us-amerikanische) DARE-Programm geeignet ist, das viele Studien es als uneffektiv gezeigt haben.
Der Begriff "Drogensucht" sollte nicht länger benutzt werden, wir sollten von "Mißbrauch" und "Abhängigkeit" sprechen
Etwa 5 - 10% regelmäßiger Cannabis-Benutzer sind in der Gefahr eine Abhängigkeit zu entwickeln
Physische Abhängigkeit von Cannabis ist nicht-existent
Psychische Abhängigkeit von Cannabis ist moderat und mit Sicherheit niedriger als bei Alkohol oder Nikotin
Die meisten regelmäßigen Cannabis-Benutzer können den Pfad zur Abhängigkeit ohne jede Behandlung verlassen
Als Regel sollte gelten; Behandlung ist effektiver und weniger kostenintensiv als Haft.
Die Kosten im Zusammenhang mit illegalen Drogen betragen 1,4 Milliarden $, verglichen mit 7,5 Milliarden im Fall von Alkohol, und 9,6 Milliarden von Tabak.
In Prozenten des Bruttosozialprodukts ausgedrückt, verursachen alle Substanzen 2,67% Kosten, davon entfallen 0,2% auf illegale Drogen, 1,09% auf Alkohol, 1,39% auf Tabak.
Der Großteil der sozialen Kosten von Cannabis ist das Ergebnis der Politik, vor allem der fortgesetzten Kriminalisierung, während die Konsequenzen des Gebrauchs nur einen sehr geringen Teil der sozialen Kosten illegalen Drogengebrauchs ausmachen.
4) Die juristischen und politischen Aspekte in internationaler Perspektive
die Folge internationaler Abkommen über Drogen seit 1912 hat ihr erklärtes Ziel, das Angebot an Drogen zu reduzieren verfehlt
die internationalen Konventionen haben ein zweistufiges System geschaffen, das die synthetischen Produkte des Nordens reguliert und die organischen Produkte des Südens verbietet und die realen Gefahren der Substanzen für die Gesundheit ignoriert.
Als Cannabis 1925 in die internationalen Konventionen übernommen wurde existierte kaum Wissen über seine Wirkung
Die internationalen Einstufungen von Drogen sind widersprüchlich und entsprechen nicht der realen Gefahr der Substanzen für die öffentloche Gesundheit
Kanada sollte die internationale Gemeinschaft über diese Studie informieren und offiziell die Deklassifizierung von Cannabis beantragen.
30 Jahre nach dem Report der Le Dain Commission stellen wir fest:
Dass Milliarden von Dollars für die Verfolgung versenkt wurden ohne einen größeren Effekt. Es gibt heute mehr Probierer, mehr regelmäßige Nutzer und mehr jugendliche Nutzer.
Milliarden von Dollars wurden in die Verfolgung des Angebots gesteckt ohne einen größeren Effekt. Cannabis ist leichter erhältlich als zuvor, es wird in einem größeren Stil angebaut und mittlerweile sogar exportiert - und stärkt so de Profite und Macht des organisierten Verbrechens
Zehntausende von Festnahmen haben stattgefunden, tausende Menschen wurden inhaftiert - doch der Cannabisgebrauch blieb davon völlig unberührt und hat die Lücke zwischen geltendem Recht und seiner Beachtung durch die Bürger weiter vergrößert.
Die Empfehlungen des Kommittees
30 Jahre nach dem Report der Le Dain Commission können wir nunmehr kategorisch feststellen, dass Cannabis bei morderatem Gebrauch, sehr geringe Gefahren für den Benutzer und für die Gesellschaft als Ganzes darstellt.
Wir möchten hinzufügen, dass selbst dann, wenn Cannabis ernsthafte Schäden verursachen würde, die Richtigkeit es mit Strafgesetzen zu verfolgen fragwürdig ist.
Auch wenn Cannabis selbst nur sehr geringe Gefahren für die Benutzer und die Gesellschaft bedeutet, stellen bestimmte Arten des Gebrauchs ein Risiko dar. Es ist Zeit, dass die Politik dies erkennt und den Fokus auf die Verhinderung von riskantem Gebrauch und die Behandlung exzessiven Gebrauchs legt.
Das Komitee empfiehlt, dass die Regierung den National Advisor on Psychoactive Substances beauftragt, eine hochrangige Konfeenz aller Schlüssefiguren der Drogenpolitik auf Landes-und Bundesebene einzuberufen und die Ziele und Prioritäten der Aktivitäten zu psychoaktiven Substanzen für einen Fünf-Jahres-Zeitraum festzulegen.
Das Komitee empfiehlt, dass die Regierung eine integrierte Politik zu den Risiken und möglichen Schäden psychiaktiver Substanzen übernimmt, die die gesamte Bandbreite (Medikamente, Alkohol, Tabak, illegale Drogen) der Substanzen einbezieht. Im Hinblick auf Cannabis, sollte sich diese Politik auf den Risiko-Gebrauch und die Behandlung exzessiven Gebrauchs konzentrieren.
Die Prohibition von Cannabis bringt nicht die erwünschte Reduzierung des Cannabisgebrauchs oder des problematischen Gebrauchs - sie hat jedoch einige sehr schädliche Konsequenzen
Das Komitee empfiehlt der Regierung, im Rahmen des Controlled Drugs and Substances Act eine Ausnahme-Regelung zu schaffen. Diese Reglung sollte die Bedingungen für Anbaulizenzen und die Produktion und den Verkauf vom Cannabis enthalten, sowie Strafen für illegalen Handel, Export und alle aus diesem Rahmen fallenden Aktivitäten festlegen.
Das Komitee empfiehlt der Regierung, eine Amnestie für alle Personen zu erlassen, die unter der derzeitigen oder vergangenen Gesetzgebung wegen des Besitzes von Cannabis bestraft worden sind
Das Komitee empfiehlt, dass für die "Marijuana Medical Access Regulations" neue Regeln erstellt werden, die Auswahl, Produktion und Distribution von Cannabis für die therapeutische Nutzung ermöglichen. Zusätzlich ist weitere Forschung zum therapeutischen Einsatz von Cannabis sehr wichtig.
Kanada kann und sollte auch tatsächlich eine führende Rolle in der Drogenpolitik übernehmen. Eine nationale Informations,- und Aktions-Infrastruktur zu entwickeln ist zweifellos der Schlüssel dazu. Kanada muß mit seiner Drogenpolitik auf den amerikanischen Kontinenten die Führungsrolle übernehmen.