Im neunzehnten Jahrhundert wurde Hanf sehr oft zur Behandlung von Menstruationskrämpfen und zur Linderung der Wehenschmerzen benutzt. Es gibt zwar aus dem zwanzigsten Jahrhundert keine Medizinische Literatur zu diesen Thema, aber viele Frauen haben mit Hanf experimentiert, und für manche ist es das Medikament der Wahl, besonders zur Linderung von Menstruationskrämpfen. Der folgende Bericht illustriert beide Anwendungen und ausserdem die linderung von Übelkeit in der Schwangerschaft:
Ich bin siebenunddreissig Jahre alt und Hausfrau. Ich betreibe ein kleines Geschäft, engagiere mich ehrenamtlich in der Schule meiner Tochter und begleite Klassenreisen. Ich gelte als "rechtschaffen", und viele meiner Nachbarinnen und Bekannten haben keine Ahnung, dass ich Hanf rauche. Ich habe viele Jahre unter schmerzhaften Menstruationskrämpfen gelitten. 1976 zeigte eine Laparokopie Eierstockzysten und Endometriose. Mir wurde gesagt, dass die Endometriose nach einer Operation bald zurückkehren würde, also entschied ich mich dagegen. Mehrere Monate nahm ich Hormone, aber damit hörte ich wieder auf, weil ich Angst vor Krebs hatte. Mit verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln fühlte ich mich zu benommen, um eine gute Mutter zu sein. Damals benutzte ich Pot zur entspannung und rauchte es zusammen mit Freunden, und zufällig fand ich heraus, dass es auch meine Menstruationskrämfe linderte. Heute wissen die meisten meiner Freundinnen nicht einmal, dass ich rauche, aber ich zünde mir einen Joint an, sobald meine Menstruation beginnt. Mein erstes Kind bekam ich 1972, damals war ich erst siebzehn. Die Ärzte gaben mir eine Beruhigungsspritze, und als ich wieder aufwachte, hatte ich ein sehr lethargisches Baby. Wir blieben drei Tage im Krankenhaus. Als 1979 mein zweites Kind unterwegs war, besuchte ich Kurse über natürliche Geburt und rauchte auf dem Weg ins Krankenhaus etwas Pot. Es enspannte mich sehr und linderte auch einen Teil der Schmerzen, aber die Wirkung dauerte nur etwa anderthalb Stunden. Dieses Mal blieb ich nur zwanzig Stunden im Krankenhaus und war überrascht, wieviel wacher und hungriger das zweite Baby im Vergleich mit meinem armen ersten, von Drogen ins Leben begleiteten Kind war. 1991 wurde ich wieder schwanger. Im siebten Monat wurde mir sehr übel, ich hatte Sodbrennen und musste zwei- bis viermal am Tag erbrechen - so viel, dass ich nicht mehr zunahm. Der Arzt war der Ansicht, das Gewicht des Kindes drücke auf ein Blutgefäss oder an meinen Magen. Ich begann vor den Mahlzeiten Hanf zu rauchen, und danach erbrach ich nur noch zweimal pro Woche. Das Baby wog bei der Geburt neun Pfund. Ich frage mich, wie klein es gewesen wäre, wenn ich nicht meine Lieblingsarznei gegen Übelkeit genommen hätte. Diesmal blieb ich, nachdem die Wehen eingesetzt hatten, noch sieben Stunden zu Hause und rauchte Pot. Dann gieng ich ins Krankenhaus, und knapp drei Stunden später war mein Kind da. Der schmerz war kein Problem, bis die Wirkung des Hanfs unmittelbar vor der Geburt nachliess. Diesmal war ich nicht überrascht, dass das Baby wach und hungrig war. Sechs Stunden nach der Geburt gingen wir nach Hause; und mir wurde nicht einmal ein ganzer Tag berechnet.

Auszug aus dem Buch; Marihuana, die verbotene Medizin
Von Dr.med. Lester Grinspoon
Und James B. Bakalar
2000 , ISBN 3-86150-273-9