Zuhause Gras anbauen soll legal werden
www.20min.ch 19.05.2014 von Marco Lüssi
Olivier Guéniat, Chef der Kriminalpolizei des Kantons Neuenburg, präsentiert eine brisante Idee: Er schlägt vor, den Cannabis-Konsum zu legalisieren, solange er im privaten Rahmen stattfindet. Und auch der Anbau der Droge in den eigenen vier Wänden soll erlaubt werden. «Der Cannabis-Handel ist der grösste illegale Markt der Schweiz. Wenn man die Sicherheit gewährleisten und den öffentlichen Raum schützen will, muss man diesen Markt aus unseren Strassen verjagen», begründet Guéniat in der Zeitung «L’Express» seine Forderung.
Der Staat solle seinen Bürgern gestatten, sich zuhause selber zu organisieren. Dabei sei es von Vorteil, wenn die Konsumenten das Cannabis selber anbauen würden, damit nicht mehr im öffentlichen Raum mit ihm gehandelt wird.
Wer bei sich zuhause Cannabis anbauen will, soll laut Guéniat dafür einen Betrag von einigen hundert Franken an den Staat abliefern. Mit diesen Einnahmen, die Guéniat auf über 100 Millionen Franken im Jahr schätzt, könnten dann Präventionsmassnahmen finanziert werden.
1500 Franken Busse fürs Kiffen in der Öffentlichkeit?
Um den Cannabiskonsum aus dem öffentlichen Raum zu verbannen, fordert Guéniat zudem eine markante Erhöhung der Bussen für jene, die in der Öffentlichkeit kiffen. «Würden die Bussen beispielsweise 1500 Franken betragen, schon beim ersten Mal, wenn jemand erwischt wird, so hätte dies garantiert eine Wirkung.»
Das von ihm vorgeschlagene neue System biete zahlreiche Vorteile, findet Guéniat: Es brächte dem Staat Einnahmen, würde die in der Schweiz am meisten konsumierte und gehandelte Droge aus den Strassen verschwinden lassen und der Polizei erlauben, sich ganz auf die Bekämpfung des illegalen Handels zu konzentrieren. Gelten dürfte die Erlaubnis, zuhause zu kiffen, natürlich nur für Erwachsene, stellt Guéniat klar – der Jugendschutz müsse gewährleistet bleiben.
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