Australien - Nach Untersuchungen australischer Wissenschaftler können Hanfkulturen dazu benutzt werden, Abwässer zu reinigen, die das Meer verschmutzen.
Das Team des Ökotechnikers Dr. Keith Bolton von der Southern Cross Universität in Lismore, New South Wales, untersucht die Pflanzen eines Hanffeldes, das an eine öffentliche Abwasser-Reinigungs-Anlage grenzt.
Es wird festgestellt, in welchem Mass die Hanfpflanze als "Reinigungs-Kultur" benutzt werden kann, d.h. als Kultur, welche die von der ARA ausgeschiedenen Rückstände absorbieren kann.
Laut Bolton sind Pflanzenkulturen eine zunehmende Alternative zur Verschmutzung des Ozeans mit Abwässern.
Die Anwohner von Byron Bay in Australien hätten sich heftig gegen den vorgesehenen Abfluss des Schmutzwassers in den Ozean gewehrt, sagte Bolton. Daraufhin wurden als Alternative in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden neben der ARA eine halbe Million Bäume für die Papierproduktion gesetzt.
Laut Bolton haben diese Bäume den Abfluss von sieben Millionen Litern Abwasser pro Tag in den Ozean verhindert.
Eine gute "Reinigungs-Kultur" müsse vor allem zwei Eigenschaften aufweisen: die Pflanzen müssen schnell Nährstoffe aufnehmen können und gut verwertbar sein. Also eine Kultur, die viel Schmutz aufnehmen kann und auch Geld einbringt.
Bei früheren Experimenten mit künstlichen Abwässern hätte sich der Hanf als nahezu ideale Reiniguns-Kultur heraus gestellt.
Im Vergleich zu den Resultaten mit anderen Reinigungs-Kulturpflanzen, hätte sich der Hanf als eine der leistungsfähigsten Pflanzen erwiesen, was die Aufnahme von Nährstoffen pro Zeiteinheit und Fläche betrifft.
"Hanf wächst wie Unkraut. Diese Pflanze liebt die Nährstoffe und ergibt auch ein besonders wertvolles Produkt. Mit der Hanfkultur kann sicher mehr verdient werden als mit allen anderen Kulturen", so Bolton.
Bolton testet nun den Hanf mit richtigen Abwässern. Neben dem Gehalt an Stickstoff und Phosphor will sein Team auch den Einfluss der Hanfkultur auf das Grundwasser und die Bodenqualität untersuchen.
"Wir wollen feststellen, ob sich salzige Rückstände anreichern, welche die Struktur und die Durchlässigkeit des Bodens beeinflussen", sagte Bolton. Erste Resultate sind in einem Monat zu erwarten.
"Ich kann mir gut vorstellen, dass es in Zukunft riesige Projekte mit diesen Reinigungs-Kulturen geben wird, mit zehntausenden von Hektar Hanf".
Im Rahmen der laufenden Versuche wird auch untersucht, wie gut sich Kenaf und Bambus zur Reinigung von Abwässern eignen. Laut Bolton hängt der Einsatz einer bestimmten Reinigungs-Pflanze von den Umwelt-Bedingungen ab.
In Byron Bay hätten sich beispielsweise die Bäume zur Papierproduktion ideal für das Feuchtgebiet geeignet und gleichzeitig einige andere Umweltprobleme gelöst. Aber Hanf sei der aussichtsreichste und gewinnbringendste Kandidat für qualitativ hochwertiges Agrarland.
Der von Bolton angebaute Hanf hat keinen hohen Gehalt an THC, der Substanz, die das "high" verursacht - und steht unter strikter Aufsicht des staatlichen Gesundheitsdienstes.
Boltons Arbeit wurde von Ecofibre Industries Ltd. und dem Byron Shire Council unterstützt.