Die bewusstseinserweiternde Substanz Tetrahydrocannabinol (delta-9-THC), die in unterschiedlicher Konzentration im Hanf enthalten ist, kann psychisch abhängig machen.

THC ist in allen Pflanzenteilen von Hanf (cannabis sativa) enthalten, die oberhalb der Erde wachsen. Mit "Haschisch" bezeichnet man den Harz, der durch das Zerreiben der weiblichen Blüten gewonnen wird. Der Harz weist den höchsten THC-Gehalt auf. Die getrockneten Blätter und Blüten mit einem geringeren THC-Gehalt werden "Marijuana" genannt.

In der Pflanze ist der grösste Teil von THC als Karbonsäure (THC- Säure) vorhanden. Die THC-Säure an sich hat keine psychoaktive Wirkung. Erst durch Erhitzen wird sie in THC umgewandelt. Deshalb wird Cannabis geraucht oder in Keksen mitgebacken.

Keine körperliche Abhängigkeit
"Im Gegensatz zu Heroin kann man von Cannabis auch bei hohem Konsum körperlich nicht abhängig werden", erklärt Kurt Hostettmann, Professor für pharmazeutische Biologie und Pflanzenchemie an der Universität Lausanne. Es bestehe jedoch die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit."Ob eine Person süchtig wird, hängt von ihrer seelischen Stabilität ab", erläutert der Experte. "Eine psychische Abhängigkeit äussert sich in der unwiderstehlichen Lust, Cannabis zu konsumieren.
"Nur sehr hohe Dosen von THC lösen Angstgefühle und von Panik begleitete Halluzinationen aus. Bei niedrigen Dosen erleben die meisten Leute ein Gefühl von Behaglichkeit oder gar Euphorie. Formen, Farben und Töne werden intensiver wahrgenommen.

THC wird mit dem Urin ausgeschieden und kann auch noch nach einer Woche nachgewiesen werden. "Eine Person, die drei Joints pro Woche raucht, wird immer positiv getestet - auch wenn sie sich in einem ganz normalen Zustand befindet", erklärt Hostettmann. "Das sollte man berücksichtigen, will man beispielsweise Autofahrer Urin- Kontrollen unterziehen."

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